Bible moralisée der Brüder Limburg

Ms. Fr. 166 - Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)

Alternativ-Titel:

Bible moralisée of the Limbourg brothers, Biblia Moralizada De Los Hermanos Limbourg

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Bible moralisée of the Limbourg brothers
Biblia Moralizada De Los Hermanos Limbourg

Art
Umfang / Format

338 Seiten / 41.5 x 29.0 cm

Herkunft
Datum
1402-1404; 1450-1465; 1485-1493
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Phlipp der Kühne, Herzog von Burgund

Künstler / Schule

Brüder Limburg
Colin D'Amiens (Meister des Genfer Boccaccios)
George Trubert und andere

Buchschmuck

513 Miniaturen mit Gold und Silber der Brüder Limburg und 255 Illustrationen von Jean Fouquet und anderen herausragenden Künstlern

Vorbesitzer

René von Anjou (1409 - 1480)
Aymar de Poitiers (Seneschall von Provence)
König Karl VIII. (regierte 1483 - 1498)

Kurzbeschreibung

Für Philipp den Kühnen, den Herzog von Burgund, fertigten die berühmten Brüder Limburg, die schon zu Lebzeiten als wahre Meister ihres Faches gefeiert wurden, diese Bible moralisée als gigantisches Buchprojekt. Die Brüder Limburg begannen mit der Arbeit zu Beginn des 15. Jahrhunderts und brachten wahre Meisterwerke der Illuminations-Kunst hervor. Nach dem überraschenden Tod des Herzogs ging die Bible moralisée durch die Hände verschiedener bedeutender Besitzer und weiterer Künstler, blieb jedoch trotz allem unvollendet. Nichtsdestotrotz beeindruckt der schiere Umfang der Handschrift mit 338 reichlich bebilderten Seiten. Die Bible moralisée der Brüder Limburg stellt ein herausragendes Beispiel dieses seltenen Buchtypus dar.

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Beschreibung

Bible moralisée der Brüder Limburg

Für Philipp den Kühnen, den Herzog von Burgund, fertigten die berühmten Brüder Limburg, die schon zu Lebzeiten als wahre Meister ihres Faches gefeiert wurden, diese Bible moralisée als gigantisches Buchprojekt. Die Brüder Limburg begannen mit der Arbeit zu Beginn des 15. Jahrhunderts und brachten wahre Meisterwerke der Illuminations-Kunst hervor. Nach dem überraschenden Tod des Herzogs ging die Bible moralisée durch die Hände verschiedener bedeutender Besitzer und weiterer Künstler, blieb jedoch trotz allem unvollendet. Nichtsdestotrotz beeindruckt der schiere Umfang der Handschrift mit 338 reichlich bebilderten Seiten. Die Bible moralisée der Brüder Limburg stellt ein herausragendes Beispiel dieses seltenen Buchtypus dar.

Die bedeutendsten Besitzer und die größten Künstler

Der große Name der Gebrüder Limburg ist unweigerlich mit ihrem berühmtesten Mäzen und Auftraggeber, dem Herzog Jean de Berry, verbunden, für den sie die kostbarsten und berühmten Stundenbücher, etwa die Très Riches Heures oder die Belles Heures, fertigten. Doch waren Jean, Paul und Herman von Limburg zu Beginn ihrer Karriere als Hofmaler für den Bruder des Duc de Berry tätig, für Philipp den Kühnen, Herzog von Burgund. Für ihn nahmen die Brüder Limburg eines der ehrgeizigsten Projekte der Geschichte der Buchmalerei in Angriff. Philipps Auftrag sah einen Codex mit über 5000 Abbildungen vor. Diese gigantische Aufgabe konnte von den Brüdern Limburg jedoch nicht vollendet werden, noch dazu, als der burgundische Herzog 1404 unerwartet starb. Bis dahin hatten die Brüder Limburg bereits einen beträchtlichen Teil der Arbeit vollendet und einen weiteren schon zum Teil ausgeführt. Die Handschrift wechselte in der Folgezeit mehrmals den Besitzer und wurde auf diese Weise von immer neuen Künstlern auf ihre jeweils eigene Art ausgestaltet. Erst unter Herzog René von Anjou sollte das Buchprojekt um die Mitte des 15. Jahrhunderts fortgeführt werden. Colin d'Amiens, auch bekannt als Meister des Bocaccio von Genf, war nur einer von mehreren beteiligten, außerordentlich begabten Malern. Ende des 15. Jahrhunderts schließlich, die Handschrift hatte erneut den Besitzer gewechselt und gehörte nun Aymar de Poitiers, sollte sie durch die Arbeit weiterer Miniaturisten, unter anderem durch George Trubert, vollendet werden, was jedoch nicht gelang.

Der Typus der Bible moralisée

Diese wechselvolle Entstehungs- und Besitzgeschichte der Handschrift spiegelt sich auch in ihrem prachtvollen Inhalt wider. Auf 338 Seiten sind 513 Miniaturen der Brüder Limburg und 255 weitere Illustrationen von vielen weiteren Künstlern versammelt.
Als Bible moralisée enthält die Handschrift unzählige Bilderpaare mit zugehörigem, erklärendem Text. Unter dem Buchtyp der Bibles moralisées, entstanden um 1220 in Frankreich, werden kommentierende Bibeltexte versammelt, die meist sehr umfangreich bebildert wurden. Die Erzählungen der Bibel wurden dabei durch moralisierende, interpretierende Bilderpaare - meist in Medaillonform - veranschaulicht. Solche Bibles moralisées enthielten bis zu 2700 Bilderpaare. Ursprünglich befanden sich dabei, wie in der Bible Moralisé der Brüder Limburg, jeweils 8 Bilder auf einer Seite.

Wunderbare Kompositionen von begabten Händen

Die Bible moralisée für Herzog Philipp den Kühnen stellt ein frühes Meisterwerk der Brüder Limburg dar. In ihrer beeindruckenden, luftigen Weise zeigen sie in den kleinformatigen Bildern all ihr Können. Jeweils von einem filigran und überaus kunstvoll gestalteten Rahmen umgeben, enthalten die Bilder figürliche Darstellungen, die in ihrer wunderbaren Komposition und Ausführung an großformatige Tafelgemälde denken lassen. Auf kleinstem Format wird weder der grandiose Hintergrund der Darstellungen vernachlässigt, noch die Figuren weniger individuell charakterisiert. Zu diesem verblüffenden Seherlebnis in solcher Fülle tragen auch die filigranen goldenen und buntfarbigen Initialen bei, die jeden Textabschnitt einleiten. Jede Partie der Seiten scheint perfekt durchgearbeitet und mit behutsamem Einsatz von Farbe und Gold vollendet gestaltet.
Die Bible moralisée stellt neben den Très Riches Heures des Herzogs von Berry das bedeutendste Werk der Brüder Limburg dar und bietet zudem Einblick in den Entstehungsprozess einer Handschrift über ein Jahrhundert und mehrere Besitzer und Künstler hinweg. Als Gesamtkunstwerk ist ihr Wert sowohl historisch als auch kunsthistorisch nicht zu überschätzen.

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