Unser Bild vom Mittelalter, geschaffen von den Brüder Limburg für den Herzog von Berry: Eine der schönsten, wertvollsten und berühmtesten Handschriften der Welt

Les Très Riches Heures du Duc de Berry

Paris und / oder Bourges (Frankreich) — 1410-1416 und 1485-1489

Les Très Riches Heures du Duc de Berry

Les Très Riches Heures du Duc de Berry

Paris und / oder Bourges (Frankreich) — 1410-1416 und 1485-1489

  1. Ein Meilenstein der Buchmalerei und eine der wertvollsten und berühmtesten Handschriften der Welt

  2. Die Brüder Limburg und Jean Colombe schufen es für den berühmten Bibliophilen Jean Duc de Berry (1340-1416)

  3. Neben seinen weltberühmten Kalenderseiten schmücken 130 ganzseitige Miniaturen diesen Kunstschatz der Menschheit

Très Riches Heures du Duc de Berry

Les Très Riches Heures du Duc de Berry

Trauerzug

Diese Bas-de-page-Miniatur findet sich von Arkaden gerahmt und ist in zwei Szenen unterteilt. Rechts sehen wir, wie ein Trauerzug sich durch eine Stadt bewegt – mit Mönchen, die Fackeln tragen und den Sarg flankieren. Dieser ist in ein schwarzes Tuch mit weißem Kreuz gehüllt. Vielleicht war der Verstorbene das Mitglied eines Ritterordens wie etwa der Johanniter. Links ist ein Totengräber zu sehen – oder sollte er ein Grabräuber sein? Die Schädel neben dem offenen Grab deuten eher auf Letzteres hin.

Les Très Riches Heures du Duc de Berry

Alternativ-Titel:
  • The Très Riches Heures of the Duke of Berry
  • Las Muy Ricas Horas del duque de Berry
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Die „Très Riches Heures“ sind das Stundenbuch des Herzogs Jean von Berry, das zwischen 1411 und 1485 von einigen der berühmtesten Buchkünstler des Mittelalters angefertigt wurde. Die Handschrift ist das populärste und schönste illuminierte Manuskript des 15. Jahrhunderts. Die umwerfend schönen, reich mit Gold und Silber geschmückten Miniaturen sind kleine Meisterwerke, die unvergesslich für jeden Betrachter bleiben.

Très Riches Heures du Duc de Berry

Die „Très Riches Heures“ des Herzogs Jean de Berry, ein unerreichter Höhepunkt der flämischen Buchkunst, stellen das berühmteste handgeschriebene und illuminierte Buch aller Zeiten dar. Das Meisterwerk wurde von insgesamt vier der begabtesten und populärsten Buchmaler des 15. Jahrhunderts gestaltet. Die kostbare Handschrift ist mit 130 ganzseitigen Miniaturen geschmückt, die mit blitzenden und schimmernden Blattgold- und Silberelementen veredelt wurden. Mehr als 3000 vergoldete Initialen dekorieren die akkurate Schrift des Werkes. Besonders berühmt wurde der Buchschatz für seine 12 Kalenderblätter, die in ihrer Qualität bis heute unerreicht blieben.

Ein Schmuckstück der Herrscherbibliothek

„Très Riches Heures“ ist der Titel des berühmtesten Stundenbuches aller Zeiten, das im Namen des Herzogs von Berry angefertigt wurde. Jean de Berry gilt als einer der größten Kunstmäzene der Geschichte. Er war ein überaus gebildeter Mann und ein großer Freund illuminierter Manuskripte. Zahlreiche handgeschriebene Werke entstanden in seinem Auftrag, die Très Riches Heures stellen dabei den absoluten Höhepunkt seiner unschätzbar wertvollen Sammlung dar. Heute wird das prunkvolle Original der Handschrift in der Bibliothek des Schlosses von Chantilly aufbewahrt.

Die Meister der Buchkunst

Die Brüder Limburg, genauer Hermann, Paul und Jehanequin Limburg, sind für den Großteil der Gestaltung des Prachtwerkes verantwortlich. Ihre Illustrationen machten die Handschrift zum unerreichten Höhepunkt der europäischen Illuminationskunst zwischen dem Ende der Gotik und dem Beginn der Renaissance. Die drei Brüder arbeiteten von 1411 bis 1416 an der Ausstattung des Kodex und verstarben dann 1416 auf mysteriöse Weise, vermutlich an einer Pestepidemie. Auch ihr Auftraggeber verstarb in dieser Zeit. Das unvollendete Werk wurde erst 1485 im Auftrag von Karl I., Herzog von Savoyen, durch einen weiteren hervorragenden Buchmaler namens Jean Colombe fertiggestellt.

Magische Illuminationskunst

In den Miniaturen der Brüder Limburg wird eine mittelalterliche Welt vermittelt, die magisch erscheint und jeden Betrachter in Erstaunen zurücklässt. Ihre meisterhaften Fähigkeiten, ihre Kenntnisse der Farbgestaltung und der Komposition, sowie ihre genaue Beobachtungsgabe konnte von keinem Buchkünstler der Welt je übertroffen werden. Die Bilder thematisieren Szenen des Lebens am Hofe des Fürsten von Berry, sowie alltägliche Szenen aus dem Leben der bäuerlichen Bevölkerung. Dargestellt sind die Anstrengungen der Feldarbeit, die betörende Schönheit der Landschaft und die Monumentalität der Burgen und ummauerten Städte, die prunkvollen Gewänder der hohen französischen Gesellschaft und die simplen Kleider der Bauern. Die meisterliche Handschrift gibt in atemberaubender Weise die ganze Breite des Lebens im mittelalterlichen Frankreich wieder.

Kodikologie

Alternativ-Titel
The Très Riches Heures of the Duke of Berry
Las Muy Ricas Horas del duque de Berry
Umfang / Format
412 Seiten / 29,4 x 21,0 cm
Datum
1410-1416 und 1485-1489
Sprache
Buchschmuck
131 Miniaturen, etwa 3000 Goldinitialen und 1800 vergoldeten Zierleisten
Auftraggeber
Jean, Herzog von Berry (1340-1460)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Très Riches Heures du Duc de Berry

Les Très Riches Heures du Duc de Berry

September: Weinlese

Obwohl das Manuskript als Ganzes schon als das wohl größte Werk mittelalterlicher Buchmalerei bekannt ist, gelten seine Kalenderseiten als die Kronjuwelen. Seine Monatsarbeiten oder auch die Tierkreiszeichen übertreffen die in einem typischen Kalenderteil vorkommenden Monatsarbeiten bei weitem. Die September-Miniatur ist die berühmteste und vollendetste von allen.

Diese Miniatur wurde in zwei Phasen von zwei unterschiedlichen Meistern komponiert. Der obere Teil, der den Himmel und das Château de Saumur darstellt, stammt wahrscheinlich von Paul de Limburg (1386-1416); der Vordergrund mit der Weinlese wurde von Jean Colombe (1430-1493) fertiggestellt. Das märchenhafte Erscheinungsbild des Schlosses kann nicht lange über seinen Wehrcharakter hinwegtäuschen, der im Kontrast zum ländlichen Bild der Bauern steht, von denen einer die Ernte einbringt, während eine Schwangere sich kurz auf dem Feld ausruht.

4 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Les Très Riches Heures du Duc de Berry“

Très Riches Heures du Duc de Berry
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
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Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
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Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
Les Très Riches Heures du Duc de Berry – Ms. 65 – Musée Condé (Chantilly, Frankreich)
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Très Riches Heures du Duc de Berry

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Faksimile Verlag – Luzern, 1984
Limitierung
980 Exemplare
Einband
Einband aus rotem, goldgeprägtem Leder, vorne und hinten mit Wappen versehen
Kommentar
1 Band (435 Seiten) von Raymond Cazelles, Johannes Rathofer
Sprachen: Deutsch
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Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Las Muy Ricas Horas del duque de Berry
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Las Muy Ricas Horas del duque de Berry

Faksimile: 1 Band Teilfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Patrimonio Ediciones – Valencia, 2011
Einband
Blauer Seideneinband
Kommentar
1 Band (214 Seiten) von Raymond Cazelles, Jean Longnon und Millard Meiss
Sprachen: Spanisch, Italienisch, Englisch, Deutsch, Französisch
Mehr Informationen
Der Umfang, das Format, die Farbigkeit oder der Einband entsprechen möglicherweise nicht (vollumfänglich) dem Original. 130 Miniaturen und 102 Textseiten (zusammen 150 Seiten) sind faksimiliert. Dazu eine CD-Rom mit 208 Folios des Originalcodex.
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Franco Cosimo Panini Editore
Limitierung
550 Exemplare
Einband
Einband aus rotem, goldgeprägtem Leder, vorne und hinten mit Wappen versehen
Kommentar
1 Band von Patricia Stirnemann, Inès Villela-Petit und Emmanuelle Toulet
Sprachen: Italienisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Les Très Riches Heures du Duc de Berry - Die Kalenderblätter
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Les Très Riches Heures du Duc de Berry - Die Kalenderblätter

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Faksimile Verlag – Luzern, 1994
Einband
Blätter in exklusiv entworfener, mit rotem Samt überzogener Schmuck-Kassette
Kommentar
1 Band
Sprache: Deutsch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Der erste Teil der Handschrift (Zyklus zum Leben Christi) is
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