Entstanden vor fast 1.100 Jahren: Eine der ältesten heute noch erhaltenen Beatus-Handschriften

Beatus von Liébana - Codex Emilianense

Kloster von Valeránica (Spanien) — Um 930

Beatus von Liébana - Codex Emilianense

Beatus von Liébana - Codex Emilianense

Kloster von Valeránica (Spanien) — Um 930

  1. Mit der Entstehung um 930 in Nord-Spanien ist dies eine der frühesten Beatus-Handschriften

  2. Die Menschen- und Tierfiguren der 27 erhaltenen Miniaturen zeugen von einer kreativen Naivität

  3. Die Darstellungen stehen im starken Kontrast zur oft rohen Gewalt und Brutalität der apokalyptischen Ereignisse

Beatus von Liébana - Codex Emilianense

Alternativ-Titel:
  • Beatus of Liébana - Emilianense Codex
  • Beatus Emilianense de la Biblioteca Nacional
  • Beato Antiguo
  • Beato Primero
Beatus von Liébana - Codex Emilianense – Vit. 14-1 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Beatus von Liébana - Codex Emilianense – Vit. 14-1 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
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Bildvon
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Mit dem Codex Emilianense liegt eine illustrierte Beatus-Handschrift vor, die zu den frühen Exemplaren dieser im Mittelalter überaus beliebten Codices zählt. Um 930 in Nordspanien entstanden, enthält der Codex den Apokalypse-Kommentar des Beatus von Liébana in seiner ursprünglichen Form und ist damit nahezu einzigartig. Dieser historisch wertvolle Inhalt wird vervollständigt durch die 27 Miniaturen, die in kräftig farbigen Bildern das apokalyptische Geschehen vor Augen führen.

Beatus von Liebana – Codex Emilianense

Mit dem Codex Emilianense liegt eine illustrierte Beatus-Handschrift vor, die zu den frühesten Exemplaren dieser im Mittelalter überaus beliebten Codices zählt. Um 930 in Nordspanien entstanden, enthält der Codex den Apokalypse-Kommentar des Beatus von Liébana in seiner ursprünglichen Form und ist damit nahezu einzigartig. Dieser historisch wertvolle Inhalt wird vervollständigt durch die 27 Miniaturen, die in kräftig farbigen Bildern das apokalyptische Geschehen vor Augen führen.

Ein prachtvoller Zeitzeuge

Entstanden ist der sogenannte Codex Emilianense um 930 im Skriptorium des Klosters von Sahagún im Norden Spaniens. Nur etwa 150 Jahre bevor Schreiber und Miniaturisten sich an die Arbeit an diesem romanischen Bücherschatz machten, hatte Beatus von Liébana sein berühmtes Hauptwerk verfasst. Dieser Kommentar zur Apokalypse des Johannes in 12 Büchern (um776) fand im Mittelalter weite Verbreitung und wurde besonders in Nordspanien in prachtvollen Handschriften niedergeschrieben. Von diesen als Beatus bezeichneten Codices sind heute noch 27 illustrierte Exemplare bekannt. Der Codex Emilianense zählt unter ihnen zu den ältesten, zusammen mit dem Beatus von San Miguel de Escalada, heute in der Morgan Library in New York .

Der originale Text des Beatus

Schon das Äußere des Codex lässt auf den spannenden Inhalt schließen. Der Einband aus Leder mit Messingschließen wird geschmückt von sternförmigen Beschlägen. Ein ehrwürdiger Hauch umweht auch die 288 großformatigen Pergamentseiten der Handschrift. Der Text des Beatus ist in zwei Spalten geteilt und wird immer wieder von zwar einfachen einfarbigen, jedoch kunstvoll geschwungenen Initialen unterbrochen. Zusätzlich schmücken 27 erhaltene buntfarbige Miniaturen den Text (ursprünglich enthielt der Codex mehr als 60 Miniaturen). Diese zeigen zum Teil nur eine oder zwei Figuren, die den Text illustrieren, zum Teil große Gruppendarstellungen mit Engelsheeren.

Bestechende Miniaturen

Bauschige Gewänder und naiv gestaltete Körper prägen den Stil der Figuren, deren Gesichter mit großen Augen und sprechende Gesten kunstvoll gestaltet sind. Doch verschwinden diese Figuren praktisch in dem über und über ornamental durchstrukturierten Hintergrund. Die feinen und kleinteiligen Strukturen der Miniaturen erinnert an arabisches Ornament. Zum Teil werden die Miniaturen eingerahmt von organischen Schmuckrahmen, zum Teil bilden architektonische Elemente den Hintergrund. Doch diese auf den ersten Blick wunderschöne ornamentale Gestaltung wird bei genauerem Hinsehen gebrochen durch die oft grausamen Bilder, etwa wenn (bei der Öffnung des fünften Siegels) blutende Köpfe neben den nackten Körpern liegen oder die Szene einer Köpfung ungeschönt vor Augen geführt wird. Auffällig ist die große Zahl an Engeln, die die Miniaturen bevölkern, viele mit wunderschönen Flügeln. Aber auch die Tierdarstellungen begeistern in ihrer kreativen Naivität, etwa der Tiger oder der Löwe, Frösche oder die kunstvoll verzierte Schlange.
Die Handschrift wurde im Kloster von San Millán de la Cogolla aufbewahrt und gelangte im 19. Jahrhundert nach Burgos. Serafín Estébanez Calderón, ein bekannter Politiker und großer Bücherfreund, erwarb den Codex für seine Sammlung. Durch ihn gelangte der sogenannte Codex Emilianense schließlich in die Spanische Nationalbibliothek nach Madrid, wo er heute aufbewahrt wird.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Beatus of Liébana - Emilianense Codex
Beatus Emilianense de la Biblioteca Nacional
Beato Antiguo
Beato Primero
Umfang / Format
288 Seiten / 35,0 x 25,0 cm
Datum
Um 930
Stil
Sprache
Buchschmuck
27 Miniaturen
Künstler / Schule
Vorbesitzer

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Beatus von Liébana - Codex Emilianense“

Beato Emilianense de la Biblioteca Nacional
Beatus von Liébana - Codex Emilianense – Vit. 14-1 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
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Beatus von Liébana - Codex Emilianense – Vit. 14-1 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Beatus von Liébana - Codex Emilianense – Vit. 14-1 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Beatus von Liébana - Codex Emilianense – Vit. 14-1 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
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Bildvon

Beato Emilianense de la Biblioteca Nacional

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Siloé, arte y bibliofilia – Burgos, 2007
Limitierung
898 Exemplare
Einband
Leder mit Messingschließen und Beschlägen
Kommentar
1 Band von Rosa Regàs und Peter Klein
Sprache: Spanisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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