Beatus von Liébana - Codex Urgellensis

Beatus von Liébana - Codex Urgellensis

San Millán de Suso, Léon oder La Rioja (Spanien) — Letztes Viertel des 10. Jahrhunderts

1996 gestohlen und ein Jahr später zurückgegeben: Ein großartiges Juwel unter den Beatus-Handschriften

  1. Im September 1996 gestohlen und ein Jahr später wiederentdeckt

  2. Die herausragende Qualität der Miniaturen weisen den anonymen Künstler als einen wahren Meister aus

  3. Ein herausragendes Meisterwerk der Buchmalerei des späten 10. Jahrhunderts und ein Juwel unter den Beatus-Handschriften

Beatus von Liébana - Codex Urgellensis

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  1. Beschreibung
  2. Einzelseite
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Beschreibung
Beatus von Liébana - Codex Urgellensis

Im Diözesanmuseum der Kathedrale von La Seu d'Urgell im äußersten Norden Spaniens wird eine der schönsten Beatus-Handschriften des 10. Jahrhunderts aufbewahrt. Dieser Codex enthält den berühmten Apokalypse-Kommentar des Beatus von Liébana zur Offenbarung des Johannes, der in zahlreichen wunderbar und reich illustrierten Handschriften überliefert ist. Die Miniaturen des Beatus von Urgell weisen in ihrer außerordentlichen Kreativität und herausragenden Qualität den nicht namentlich bekannten Künstler als wahren Meister der Buchmalerei aus. So bildet der Codex in der Verbindung des eindringlichen und geheimnisvollen biblischen Textes und des Kommentars des asturischen Mönches zusammen mit den herrlichen Miniaturen eines der schönsten Exemplare unter den durchgehend qualitätvollen nordspanischen Beatus-Handschriften.

Beatus von Liébana – Codex Urgellensis

Im Diözesanmuseum der Kathedrale von La Seu d'Urgell im äußersten Norden Spaniens wird eine der schönsten Beatus-Handschriften des 10. Jahrhunderts aufbewahrt. Dieser Codex enthält den berühmten Apokalypse-Kommentar des Beatus von Liébana zur Offenbarung des Johannes, der in zahlreichen wunderbar und reich illustrierten Handschriften überliefert ist. Die Miniaturen des Beatus von Urgell weisen in ihrer außerordentlichen Kreativität und herausragenden Qualität den nicht namentlich bekannten Künstler als wahren Meister der Buchmalerei aus. So bildet der Codex in der Verbindung des eindringlichen und geheimnisvollen biblischen Textes und des Kommentars des asturischen Mönches zusammen mit den herrlichen Miniaturen eines der schönsten Exemplare unter den durchgehend qualitätvollen nordspanischen Beatus-Handschriften.

Eine reich bebilderte Handschrift

Der Beatus von Urgell versammelt auf seinen 478 großformatigen Seiten insgesamt 90 Miniaturen: Zwölf Illustrationen zum Vorwort, 67 Miniaturen zum eigentlichen Apokalypse-Kommentar und elf Darstellungen zum Daniel-Kommentar. Anders als bei den meisten bekannten Beatus-Codices findet sich im Codex Urgellensis kein Hinweis auf den Kopisten oder Miniaturisten und den Ort und die Zeit seiner Entstehung. Doch manifestiert sich der herausragende Künstler der Miniaturen in solch wunderbaren Bilderfindungen wie der Hand Gottes, die als Verbildlichung der eigentlich unkörperlichen Stimme aus dem Himmel hervorkommt und Johannes seine Vision verkündet.

Wegweisender Text des 8. Jahrhunderts

Der Text in westgotischer Minuskel enthält diese biblische Erzählung von der Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt, die unter der Bezeichnung Apokalypse bekannt und berühmt ist. Besonders das gesamte Mittelalter hindurch wurde die Apokalypse stark rezipiert und war häufiges Thema auch der bildenden Kunst. Der asturische Mönch Beatus von Liébana war es, der um das Jahr 800 den berühmtesten Kommentar zu diesem geheimnisvollen, schwer zu deutenden Text lieferte. Dieser einflussreiche Kommentar in zwölf Büchern erfreute sich großer Beliebtheit und wurde besonders in Nordspanien in großformatigen Handschriften mit überaus reicher bildlicher Ausstattung festgehalten. Diese Codices, kurz als Beatus bezeichnet, bildeten den bedeutendsten Buchtyp des Mittelalters in Nordspanien!

Grandiose Bilderfindungen von einem großen Meister

Den Beatus von Urgell, entstanden im letzten Viertel des 10. Jahrhunderts, schmücken herrliche Miniaturen in wunderschönen Rahmen. An diesen werden spektakuläre insulare Einflüsse deutlich, mit mehrfarbigem, feinem Ornament. Die aufwändigen Rahmen wurden zum Teil sogar an den Ecken noch zusätzlich ausgeschmückt. Die buntfarbigen Miniaturen stehen zum einen gänzlich in der Tradition der Beatus-Illustrationen, sind etwa teils in mehrere Register unterteilt. Zum anderen wird jedoch immer wieder deutlich, welch großartiger, innovativer Meister der Buchmalerei hier am Werk war. An der äußerst kreativen und bunten Gestaltung und der besonderen, ausgeprägten Stilisierung der Figuren wird insgesamt mit jeder wunderbar gestalteten Seite deutlich, welch kreative Lust der Miniaturist beim Malen der künstlerischen Ausstattung des herrlichen Codex verspürte. Auf diese Weise schuf er ein herausragendes Meisterwerk der Buchmalerei des späten 10. Jahrhunderts und ein besonderes Schmuckstück unter den Beatus-Codices.

Ein begehrtes Kunstwerk

Die Entstehung des Codex von Urgell wird im letzten Viertel des 10. Jahrhunderts in der Gegend rund um Rioja vermutet. Eventuell stammt der Beatus aus dem selben Skriptorium wie der Beatus von Valcavado, und es können auch kleinere stilistische Ähnlichkeiten mit dem berühmten Morgan-Beatus festgestellt werden. Seit 1147 ist die Handschrift in Urgell nachweisbar, einer Stadt in den Pyrenäen im Norden Spaniens. Dorthin gelangt ist sie vermutlich durch den Grafen von Urgell, Armengol V. (1092–1102), der enge Beziehungen mit Pedro Ansúrez, dem Grafen von Liébana, pflegte. Im September 1996 wurde der Beatus von Urgell Opfer eines spektakulären Raubüberfalls, konnte jedoch schon im folgenden Jahr wieder zurückgegeben werden und ist seitdem wieder im Diözesanmuseum zu bewundern.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Beatus of Liébana - Codex Urgellensis
Urgell Beatus
Beatus Urgellensis
Beatus of La Seu d'Urgell
Seu de Urgell Beatus
Beato de La Seu de Urgell
Beato de la Seo de Urgell
Umfang / Format
478 Seiten / 39,8 × 27,0 cm
Herkunft
Spanien
Datum
Letztes Viertel des 10. Jahrhunderts
Stil
Sprache
Buchschmuck
79 Miniaturen, einige davon zweiseitig, sowie einer Reihe von Medaillons in den Stammbäumen
Auftraggeber
Armengol V. (1092–1102)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
St. Otto, Bischof von Urgell

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Beatus von Liébana - Codex Urgellensis – Num. Inv. 501 – Museu Diocesà d'Urgell (La Seu d'Urgell, Spanien)
Testimonio Compañía Editorial – Madrid, 1997
Limitierung: 980 Exemplare
Einzelseite

Beatus von Liébana - Codex Urgellensis

Die Frau und der Drache

Die Frau aus der Apokalypse ist eine der bekanntesten Figuren in der Offenbarung des Johannes und wird gemeinhin entweder als Jungfrau Maria oder als das Volk Gottes im Ganzen verstanden. Auf dieser zweiseitigen Miniatur mit dem für Beatus-Manuskripte typischen gestreiften Hintergrund ist sie oben links abgebildet: Sie ist mit der Sonne bekleidet, hat den Mond zu ihren Füßen und wird von 12 Sternen bekränzt.

Der rote Drache mit den sieben Köpfen will ihr Kind verschlingen, das aber von Gott gerettet und zu ihm entrückt wird, wie es in der oberen rechten Ecke zu sehen ist. Dies provoziert im Himmel Krieg und mit Speeren bewaffnete Engel, die vom Erzengel Michael angeführt werden, steigen auf den Drachen herab, besiegen ihn und werfen ihn zusammen mit seinen gefallenen Engeln nieder: Diese werden pink und nackt, ohne ihren früheren hellen Farbton dargestellt.

Beato de la Seo de Urgell
Faksimile-Editionen

#1 Beato de la Seo de Urgell

Beatus von Liébana - Codex Urgellensis – Num. Inv. 501 – Museu Diocesà d'Urgell (La Seu d'Urgell, Spanien)
Beatus von Liébana - Codex Urgellensis – Num. Inv. 501 – Museu Diocesà d'Urgell (La Seu d'Urgell, Spanien) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Testimonio Compañía Editorial – Madrid, 1997
Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Braunes geprägtes Ziegenleder mit Metallbeschlägen
Kommentar: 1 Band (226 Seiten) von Peter K. Klein
Sprachen: Deutsch, Spanisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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