Mit 88 großen Miniaturen ausgestattet: Eine einzigartige Beatus-Handschrift und das älteste erhaltene Beispiel portugiesischer Buchmalerei

Beatus von Liébana - Codex von Lorvao

Saint Mamede Kloster von Lorvao (Portugal) — 1189

Beatus von Liébana - Codex von Lorvao

Beatus von Liébana - Codex von Lorvao

Saint Mamede Kloster von Lorvao (Portugal) — 1189

  1. Diese portugiesische Beatus-Handschrift aus dem 12. Jahrhundert enthält über 88 große Miniaturen

  2. In diesen einzigartigen Miniaturen werden farbigprächtige Figuren neben farblosen Objekten gezeigt

  3. Das früheste Exemplar feinster portugiesischer Buchmalerei, das bis heute überdauert hat

Beato de Liébana: Códice de Lorvao

Beatus von Liébana - Codex von Lorvao

Die sieben Posaunen

Ein klassisches Beispiel für die Beatus-Tradition mit ihren leuchtenden Farben, ausdrucksstarken Figuren und klaren Linien. „Als das Lamm das siebte Siegel öffnete, trat im Himmel Stille ein, etwa eine halbe Stunde lang. Und ich sah: Sieben Engel standen vor Gott; ihnen wurden sieben Posaunen gegeben. Und ein anderer Engel kam und trat mit einer goldenen Räucherpfanne an den Altar; ihm wurde viel Weihrauch gegeben, den er auf dem goldenen Altar vor dem Thron verbrennen sollte, um so die Gebete aller Heiligen vor Gott zu bringen.“ (Apk 8, 1-3)

Beatus von Liébana - Codex von Lorvao

Alternativ-Titel:
  • Beatus of Liébana - Lorvao Codex
  • Lorvao Beatus
  • Beato de Liébana: Códice de Lorvao
  • Beato di Liébana. Codice di Lorvao
Beatus von Liébana - Codex von Lorvao – Cod. 160 – Arquivo Nacional da Torre do Tombo (Lisabon, Portugal)
Beatus von Liébana - Codex von Lorvao – Cod. 160 – Arquivo Nacional da Torre do Tombo (Lisabon, Portugal)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Der sogenannte Beatus aus Lorvao gehört zu den als Beatus-Handschriften bekannten, prachtvoll illustrierten Codices des Apokalypse-Kommentars des Beatus von Liébana. Besonders macht diese Handschrift die Tatsache, dass sie - anders als die meisten der berühmten Beatus-Handschriften - nicht in Norspanien, sondern in Portugal um 1189 gefertigt wurde. 88 großformatigen Miniaturen auf 460 Seiten zeigen die Schrecken und Wunder der Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt. Auf wunderbare Weise wird so dieser biblische Text und die zugehörigen Kommentare des Beatus kunstvoll illustriert.

Beatus von Liébana- Codex von Lorvao

Der sogenannte Beatus aus Lorvao gehört zu den als Beatus-Handschriften bekannten, prachtvoll illustrierten Codices des Apokalypse-Kommentars des Beatus von Liébana. Besonders macht diese Handschrift die Tatsache, dass sie - anders als die meisten der berühmten Beatus-Handschriften - nicht in Norspanien, sondern in Portugal um 1189 gefertigt wurde. 88 großformatigen Miniaturen auf 460 Seiten zeigen die Schrecken und Wunder der Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt. Auf wunderbare Weise wird so dieser biblische Text und die zugehörigen Kommentare des Beatus kunstvoll illustriert.

Das Hauptwerk des Beatus von Liébana

Das Hauptwerk des asturischen Mönches Beatus von Liébana war im Mittelalter besonders in Nordspanien weit verbreitet. Beatus von Liébana war Mönch und Theologe in einem Kloster im Königreich Asturien im heutigen Nordspanien. Er lebte im 8. Jahrhundert und starb wohl nach 798. Berühmt wurde er durch sein Hauptwerk, den Kommentar zur Apokalypse des Johannes in zwölf Büchern. Beatus hat darin Versatzstücke verschiedener Autoren zusammengefasst, er nennt im Text sogar seine Quellen. Der Text der Apokalypse wurde in 66 Abschnitte eingeteilt, und nach jedem Abschnitt folgt die sogenannte explanatio, der Kommentar des Beatus zu den Versen. Die allegorischen und symbolischen Bilder der Apokalypse sollten so leichter verständlich gemacht werden. Für das Jahr 800 wurde das Weltende erwartet, was Beatus wohl zu seinem berühmten Apokalypse-Kommentar veranlasst hat.

Ein einzigartiges Exemplar

Diese gegen Ende des 8. Jahrhunderts entstandene Schrift fand besonders in der nordspanischen Buchmalerei des Mittelalters weite Verbreitung und ist bis heute in 27 reich illustrierten Handschriften erhalten. Sie fanden wohl keine liturgische Verwendung, sondern dienten zur privaten Andacht oder als Luxusobjekte und Statussymbole. Diese sogenannten Beatus-Handschriften des 10. bis 12. Jahrhunderts zählen zu den Meisterwerken der spanischen Buchmalerei. Die erhaltenen Exemplare stammen fast ausschließlich aus Nordspanien, was den Lorvao-Codex zu einer Besonderheit macht, da er in Portugal gefertigt wurde. 1189 im Kloster São Mamede de Lorvão bei Coimbra geschrieben, gehört der Beatus von Lorvao zu den frühesten portugiesischen illuminierten Manuskripten überhaupt. Vielleicht können Verbindungen gezogen werden zu König Sancho I., dem zweiten portugiesischen König. Heute wird die Handschrift im Arquivo Nacional da Torre do Tombo in Lissabon aufbewahrt.

Stilistisch herausragende Miniaturen

Über 460 Seiten verteilt finden sich in den Text integriert 88 teilweise ganzseitige Miniaturen. Die Handschrift ist mit einem Format von 34,5 x 24,5 cm sehr groß und bietet ausreichend Platz für großformatige Darstellungen. Auch der Stil der Miniaturen des Lorvao-Codex stellt eine Besonderheit dar. Anders als die üblicherweise komplett kolorierten Illustrationen sind hier die Bildflächen farbig gestaltet, die Figuren und Gegenstände dagegen unkoloriert. Auf diese Weise heben sie sich auffällig vom Bildgrund ab. Stilistisch ist die extreme Stilisierung, die leuchtende Farbigkeit und die ornamentale Gestaltung vorherrschend. Besonders auffällige Gelb- und Rottöne bestimmen das Gesamtbild der Miniaturen. Dargestellt werden die göttliche Erscheinung, die schrecklichen Visionen der Apokalypse, aber auch ornamentale Bildseiten illustrieren den Apokalypse-Text und den Kommentar. Es finden sich wunderbare ikonographische Bilderfindungen, die der Handschrift ihre Opulenz und Pracht verleihen. Als Schreiber der Handschrift konnte ein gewisser Egeas identifiziert werden, der möglicherweise auch für die Illustrationen zuständig war.
Die Beatus-Handschrift aus Lorvao zählt zu den frühen Höhepunkten der portugiesischen Buchmalerei. Der Kommentar des Beatus von Liébana zur Offenbarung des Johannes zum Ende der Welt findet darin auf kreative und unterhaltsame und überaus qualitätsvolle Weise künstlerische Gestaltung. Und vor allem ist der Lorvao-Codex ein herausragendes Beispiel für die bedeutende Tradition der (nordspanischen) Beatus-Handschriften des 10. bis 12. Jahrhunderts.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Beatus of Liébana - Lorvao Codex
Lorvao Beatus
Beato de Liébana: Códice de Lorvao
Beato di Liébana. Codice di Lorvao
Umfang / Format
460 Seiten / 34,5 x 24,5 cm
Datum
1189
Buchschmuck
88 Miniaturen
Künstler / Schule
Beato de Liébana: Códice de Lorvao

Beatus von Liébana - Codex von Lorvao

Das große Erdbeben

Zu den wichtigsten Symbolen des Buches der Offenbarung gehören die Sieben Siegel, die die Schriftrolle von Johannes von Patmos sichern. Das erste und das sechste Siegel sind hier vereint: Der erste Reiter der Apokalypse reitet mit seinem Bogen in der Hand los. Unter ihm sind die Ereignisse des großen Erdbebens dargestellt: „Die Sonne wurde schwarz wie ein Trauergewand und der ganze Mond wurde wie Blut. “(Offb 6, 12).
Obwohl dies das einzige portugiesische Beatus-Manuskript ist, bewahrt es die bis dahin für die iberischen Manuskripte typische Ästhetik: dicke schwarze Striche und eine von Rot, Orange und Gelb dominierte Farbpalette. Obwohl die Miniatur wahrscheinlich auf älteren, veralteten Darstellungen beruht, enthüllen der Text und die Marginalien eine weiterentwickelte und verfeinerte Hand.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Beatus von Liébana - Codex von Lorvao“

Beato de Liébana: Códice de Lorvao
Beatus von Liébana - Codex von Lorvao – Cod. 160 – Arquivo Nacional da Torre do Tombo (Lisabon, Portugal)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Patrimonio Ediciones – Valencia, 2003
Limitierung
999 Exemplare
Einband
Lederbezogene Buchdeckel aus Holz mit Beschlägen und Schliessen aus Bronze
Kommentar
1 Band (152 Seiten) von Peter K. Klein
Sprachen: Spanisch, Englisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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