Buch der Welt: Die sächsische Weltchronik

Buch der Welt: Die sächsische Weltchronik

Braunschweig oder Lüneburg (Deutschland) — 1270/1279

Eine reich bebilderte Geschichte der Menschheit von der Schöpfung bis ins Mittelalter: Die erste deutschsprachige Weltchronik in Prosa, geschmückt mit über 500 wunderbaren Miniaturen

  1. Die früheste Weltchronik im deutschsprachigen Raum, verfasst in Prosa statt in Versen

  2. Die Weltgeschichte von der Schöpfung über die Antike bis zum Investiturstreit des 11. Jahrhunderts

  3. Den Text illustrieren etwa 500 wunderschöne und farbenfrohe Miniaturen

Buch der Welt: Die sächsische Weltchronik

  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (2)
Beschreibung
Buch der Welt: Die sächsische Weltchronik

Die sächsische Weltchronik ist die früheste Weltchronik des deutschen Sprachraumes in Prosaform, nicht in Versform wie zuvor üblich. Sie ist in zahlreichen Handschriften überliefert und entstand im 13. Jahrhundert. Die prachtvollste und kostbarste Überlieferung ist der Gothaer Codex. Begleitet von farbenfrohen, realitätsnahen Buchmalereien erzählt die Chronik die Geschichte der Welt von ihrer Schöpfung, über die Ereignisse der Antike bis hin zum Investiturstreit im elften Jahrhundert.

Buch der Welt – Die sächsische Weltchronik

Die sächsische Weltchronik stellt in einer vortrefflichen Symbiose von Text und Bild die wichtigsten historischen Ereignisse der christlichen Welt dar. Beginnend bei der Erzählung von Kain und Abel, der Erschaffung der Erde und dem weiteren Verlauf der Geschichten aus Altem und Neuem Testament, berichtet die sächsische Chronik über die Geschichte der Antike bis hin zur Völkerwanderungszeit und dem Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst. Kein erschütterndes Detail der christlichen Menschheitsgeschichte wird dabei ausgelassen.

Wissenschaft, die auch dem Laien zugänglich ist

Weltchroniken, die in frühchristlicher Zeit verfasst wurden, orientierten sich vollständig an der Bibel Große frühmittelalterliche Schreiber wie Hieronymus und Eusebius erschufen eine neue Art, welthistorische Ereignisse zu deuten. Diese großen Denker verfassten ihre Schriften jedoch auf Lateinisch, der universellen Sprache der Gelehrten. Um auch der normalen Bevölkerung Zugang zu den Werken der Gelehrten zu ermöglichen, wurde im 13. Jahrhundert beschlossen, eine deutschsprachige Ausgabe der Chronik der Weltgeschichte anzufertigen.

Ein Buch, so geschichtsträchtig wie sein Inhalt

Die sächsische Weltchronik wurde erstmals im prächtigen Gothaer Codex festgehalten. Geniale Schreiber und Buchmaler arbeiteten bei diesem Codex zusammen, der bis zum 17. Jahrhundert in Wittenberg aufbewahrt wurde, bevor er nach Gotha gebracht wurde. Der Codex galt als verloren, nachdem die sowjetische Besatzung ihn als Kriegsbeute nach St. Petersburg verschleppt hatte. Allerdings kehrte er nach einiger Zeit wieder nach Gotha zurück.

Ein perfektes Zusammenspiel von Text und Bild

Die Miniaturen der sächsischen Weltchronik, welche zu den hervorragendsten Miniaturmalereien europäischer Kunst zählen, stellen in erstaunlicher Genauigkeit und Detailtreue die Geschehnisse dar, von denen der Text berichtet. Beispielsweise werden den sieben Wochentagen sieben römische Götter zugeordnet und zur Ausschmückung der Zuordnung wird auf den folgenden Seiten von den sieben sagenhaften Königen Roms berichtet. Die vorzüglich gezeichneten farbigen Illustrationen sind dabei so angeordnet, dass sie sich direkt neben dem zugehörigen Text befinden. Somit finden die wichtigsten Momente der Erzählung durch farbenprächtige Bilder Eintritt in die Imagination des Lesers.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Book of The World – The Saxon World Chronicle
Umfang / Format
332 Seiten / 31,0 × 22,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1270/1279
Stil
Schrift
Gotische Textualis
Buchschmuck
Etwa 500 farbige und filigran ausgeführte Miniaturen
Inhalt
Die Texte umfassen unter anderem die Herkunft der Sachsen, die Genealogie der Welfen und die Genealogie der Grafen von Flandern

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Buch der Welt - Die sächsische Weltchronik
Faksimile Verlag – Luzern, 1996
Limitierung: 980 Exemplare

Buch der Welt: Die sächsische Weltchronik – Ms. Memb. I 90 – Forschungs- und Landesbibliothek (Gotha, Deutschland)
Coron Verlag – Zürich, 2000
Limitierung: 333 Exemplare (Vorzugsausgabe)
Detailbild

Buch der Welt: Die sächsische Weltchronik

Der Sturz und Tod von Kaiser Justinian II.

Der byzantinische Kaiser Justinian II. war ein ehrgeiziger Herrscher, aber sein Despotismus rief viel Widerstand gegen seine Herrschaft hervor. Nachdem er 711 zum zweiten Mal gestürzt worden war, wurde er von seinen Soldaten zugunsten des im Exil lebenden Generals Bardanes, der den Königsnamen Philippicus annahm, im Stich gelassen. Er trägt bereits eine Krone und wird mit einem Schwert dargestellt, während er Justinian II. und dessen Sohn Tiberius erschlägt. Unten hält Kaiser Philippicus ein Zepter, aber sein Haar ist nicht mehr blond, sondern braun und er trägt jetzt einen Bart.

Buch der Welt - Die sächsische Weltchronik
Einzelseite

Buch der Welt: Die sächsische Weltchronik

Heiliger Römischer Kaiser Heinrich III.

Das oberste Bild der Seite zeigt den bereits gekrönten Heinrich III. in Begleitung seiner Gemahlin Agnes, während er von Papst Clemens II. zum Kaiser geweiht wird, der rechts mit einem aufgeschlagenen Buch und einem blühenden Zweig steht. Unter ihnen spricht ein tonsurierter Priester mit einem Zimmermann über eine Prophezeiung bezüglich seines Sohnes Hildebrand.

Unten schlafen Heinrich und seine Frau in einem befestigten Lager, während am unteren Rand der Traum des Kaisers dargestellt ist, der den Investitutstreit ankündigt: Mit seiner Tonsur, den riesigen Hörnern und den leeren Hängeärmeln wirft Hildebrand - der spätere Papst Gregor VII - seinen Sohn - den späteren Kaiser Heinrich IV - in den Schmutz. Sowohl ihre Hände als auch ihre Gesichter sind schmutzig, um zu verdeutlichen, dass sie beide durch den Konflikt zwischen Papst und Kaiser befleckt wurden.

Buch der Welt - Die sächsische Weltchronik
Faksimile-Editionen

#1 Buch der Welt - Die sächsische Weltchronik

Faksimile Verlag – Luzern, 1996

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Faksimile Verlag – Luzern, 1996
Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Der Einband besteht aus feinstem Rindsleder und ist mit zwei Messingschließen geschmückt
Kommentar: 1 Band von Hubert Herkommer, Renate Kroos, Rudolf Große, Karin Schneide und Maria Mitscherling
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.

#2 Buch der Welt: Die sächsische Weltchronik (Vorzugsausgabe)

Coron Verlag – Zürich, 2000

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Coron Verlag – Zürich, 2000
Limitierung: 333 Exemplare (Vorzugsausgabe)
Einband: Brauner, geprägter Rindsleder-Einband mit je 5 Messingbuckel auf Vorder- und Rückdeckel und mit zwei Messingschließen versehen. Aufbewahrt in einer Schmuck-Kassette aus braunem Veloursleder mit einem Replikat des berühmten Barbarossa-Siegels auf dem Deckel
Kommentar: 1 Band von Prof. Dr. Hubert Herkommer, Dr. Renate Kroos, Prof. Dr. Rudolf Große, Dr. Karin Schneide und Dr. Maria Mitscherling
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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