Die Abrogans

Die Abrogans – Zollikofer AG – Cod. 911 – Stiftsarchiv St. Gallen (St. Gallen, Schweiz)

Südwestdeutschland — Ende des 8. Jahrhunderts

Das älteste erhaltene Buch der deutschen Sprache, benannt nach seinem ersten Eintrag: Ein wertvolles Glossar mit etwa 3.700 Wörtern und über 14.600 Beispielen und Redewendungen in althochdeutscher Sprache

  1. Das Werk ist nach seinem ersten Eintrag benannt, der darin zu finden ist: abrogans = dheomodi (bescheiden, demütig)

  2. Dies ist eine von 3 Kopien aus dem frühen 9. Jahrhundert des heute verschollenen Originalmanuskripts aus dem 8. Jahrhundert

  3. Bischof Arbeo von Freising (gest. 783/4) oder ein Benediktinermönch namens Kero sind mögliche Autoren

Die Abrogans

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Beschreibung
Die Abrogans

Bekannt als Abrogans, Deutsche Abrogans oder Codex Abrogans gilt dieses mittellateinisch-althochdeutsche Glossar als das älteste erhaltene Buch der deutschen Sprache und enthält rund 3.670 Wörter und über 14.600 Beispiele und Wendungen in althochdeutscher Sprache. Der Titel leitet sich vom ersten Eintrag ab: abrogans = dheomodi (bescheiden, demütig). Als Verfasser des Werkes werden Bischof Arbeo von Freising (gest. 783/4) oder ein Benediktinermönch namens Kero vermutet. Es basiert wahrscheinlich auf einem lateinisch-lateinischen Glossar, das in Italien, möglicherweise im bedeutenden süditalienischen Kloster Vivarium, aus verschiedenen spätantiken und frühmittelalterlichen Glossaren zusammengestellt wurde. Diese Zusammenstellung wurde schließlich im altbayerischen Bistum Freising, das ab 764 unter der Jurisdiktion des Bischofs Arbeo stand, ins Deutsche übersetzt. Obwohl die Originalhandschriften aus der Mitte des 8. Jahrhunderts nicht mehr existieren, sind drei Abschriften aus der Zeit um 800 erhalten geblieben, darunter diese Handschrift, die in der Stiftsbibliothek von St. Gallen in der Schweiz aufbewahrt wird.

Abrogans Codex

Der Abrogans Codex ist das älteste erhaltene Buch in deutscher Sprache und eines von nur drei erhaltenen Exemplaren aus der Zeit um 800 eines heute verlorenen Originals aus dem 8. Jahrhundert. Er ist besonders wichtig, weil er die früheste in althochdeutscher Sprache verfasste Version des Vaterunsers sowie das Niceno-Konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis enthält, das 381 angenommen wurde und ebenfalls ins Althochdeutsche übersetzt ist. Sie befinden sich auf den letzten beiden Seiten der Handschrift und sind der dritte von insgesamt drei Texten, die in der Handschrift zusammengestellt sind. Der zweite Text wurde von dem Priester und Historiker Gennadius von Massilia (gestorben um 496) verfasst und befasst sich mit Dogma und Glauben. Der erste und umfangreichste Text, der den größten Teil der Handschrift einnimmt, ist ein 300-seitiges Wörterbuch/Thesaurus, das die Bedeutung von schwer verständlichen lateinischen Begriffen mit Synonymen in allgemeinerem Latein erklärt und beide Begriffe ins Althochdeutsche übersetzt. Es ist eine reiche Quelle für Sprachwissenschaftler, die 700 Wörter enthält, die in keinem anderen althochdeutschen Text zu finden sind.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Abrogans deutsch
German Abrogans
Abrogans Codex
Umfang / Format
320 Seiten / 17,0 × 11,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
Ende des 8. Jahrhunderts
Inhalt
Lateinisch-althochdeutsches Glossar; Liber ecclesiasticorum dogmatum von Gennadius von Marseille; St. Galler Paternoster und Credo

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Die Abrogans – Zollikofer AG – Cod. 911 – Stiftsarchiv St. Gallen (St. Gallen, Schweiz)
Zollikofer AG – St. Gallen, 1977
Faksimile-Editionen

#1 Die "Abrogans"

Zollikofer AG – St. Gallen, 1977
Die Abrogans – Zollikofer AG – Cod. 911 – Stiftsarchiv St. Gallen (St. Gallen, Schweiz)
Die Abrogans – Zollikofer AG – Cod. 911 – Stiftsarchiv St. Gallen (St. Gallen, Schweiz) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Zollikofer AG – St. Gallen, 1977
Kommentar: 1 Band von Bernhard Bischoff, Johannes Duft und Stefan Sonderegger
Sprachen: Deutsch, Englisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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