Gebetbuch des Zisterzienserordens

Gebetbuch des Zisterzienserordens

Kloster von Herrenalb (Deutschland) — 1484

Von Kupferstichen zur Buchmalerei: 30 prächtige Miniaturen zur Passion Christi aus der Zisterzienserabtei Herrenalb in Baden-Württemberg

  1. Das Werk wurde von Johan Zürn, Kantor der Zisterzienserabtei Herrenalb in Baden-Württemberg, geschaffen

  2. Er folgte dabei als Buchmaler den Künstlern des Buchdrucks

  3. 30 prächtige Miniaturen nach Kupferstich zeigen Szenen aus der Passion Christi

Gebetbuch des Zisterzienserordens

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Gebetbuch des Zisterzienserordens

Das sogenannte Herrenalber Gebetbuch ist ein Schatz der Buchmalerei des späten 15. Jahrhunderts. Die Handschrift ist ein wunderschönes Zeugnis ihrer Zeit, in der in 30 herrlichen Miniaturen Szenen der Passion präsentiert werden. Doch handelt es sich bei diesen Illustrationen um ganz besondere Malereien: sie wurden Kupferstichen nachempfunden, die von verschiedenen großen Meistern dieser neuartigen Druck-Technik geschaffen worden waren! Auf diese Weise wird die Frömmigkeit, die den Auftraggeber aus dem Kloster Herrenalb zu einem solchen Werk veranlasst hatte, wunderbar und tiefgreifend vermittelt. Johann Zürn aus Neibsheim schuf mit dem Herrenalber Gebetbuch eine für seine Zeit einzigartige Handschrift!

Gebetbuch des Zisterzienserordens

Das sogenannte Herrenalber Gebetbuch ist ein Schatz der Buchmalerei des späten 15. Jahrhunderts. Die Handschrift ist ein wunderschönes Zeugnis ihrer Zeit, in der in 30 herrlichen Miniaturen Szenen der Passion präsentiert werden. Doch handelt es sich bei diesen Illustrationen um ganz besondere Malereien: sie wurden Kupferstichen nachempfunden, die von verschiedenen großen Meistern dieser neuartigen Druck-Technik geschaffen worden waren! Auf diese Weise wird die Frömmigkeit, die den Auftraggeber aus dem Kloster Herrenalb zu einem solchen Werk veranlasst hatte, wunderbar und tiefgreifend vermittelt. Johann Zürn aus Neibsheim schuf mit dem Herrenalber Gebetbuch eine für seine Zeit einzigartige Handschrift!

Ein tiefgläubiger Auftrag

„Auf Veranlassung und Bitten des Laienbruders Ludwig von Bruchsal, der in Merklingen das Amt eines Prokurators innehatte, wurde dieses Gebetbuch von Johann Zürn aus Neibsheim (bei Bretten), Mönch und Kantor unseres Klosters Herrenalb vom Jahre 1482 an geschrieben und im Jahre 1484 sorgfältig beendet.“ So beginnt der lateinische Text des Manuskripts theol. lat. quart. 9 der Staatsbibliothek in Berlin, dem sogenannten Herrenalber Gebetbuch. Ludwig von Bruchsal gab im Jahr 1482 ein Werk in Auftrag, das nicht nur durch die typischen Texte, sondern auch und besonders durch die grandiosen Miniaturseiten tief beeindruckt.

Ein illuminiertes Gebetbuch aus Herrenalb

Das Herrenalber Gebetbuch enthält auf 206 Pergamentseiten einen Kalender, Bußpsalmen, Mariengebete und Heiligengebete, unter anderem zum Heiligen Bernhard von Clairvaux, und andere für solche Handschriften typische Texte. Schreiber und Verfasser des Herrenalber Gebetbuchs war Johann Zürn aus Nyposheim (dem heutigen Neibsheim), Kantor des 1148 gegründeten Zisterzienser-Klosters Herrenalb im heutigen Baden-Württemberg. Vermutlich war dieser Johann Zürn auch verantwortlich für den herrlichen Buchschmuck, der das Gebetbuch aus Herrenalb so einzigartig macht: 30 ganzseitige Miniaturen mit Szenen der Passion.

Kupferstiche als Vorlage

Bei diesen ausdrucksstarken und farbenprächtigen Darstellungen handelt es sich nicht um eigentliche Schöpfungen der Buchmaler. Der oder die Maler dieser wunderschönen Kompositionen stützten sich stattdessen auf Vorlagen von meisterhaften Kupferstichen. So finden sich unter den Vorlagen etwa Kupferstiche des oberrheinischen Künstlers Martin Schongauer und wahrscheinlich auch eines Straßburger Meisters ES, eines „Karlsruher Meisters von 1446" und des oberrheinischen Meisters WB.
Auf diese Weise wurde die neuartige Technik des Kupferstichs zurückübersetzt in das altbekannte Medium der Buchmalerei. Aus dieser fruchtbaren Verbindung entstanden herrliche Miniaturseiten, die zum Schönsten gehören, was das späte 15. Jahrhundert hervorbrachte!

Kodikologie

Alternativ-Titel
Das Herrenalb-Gebetbuch
Das Herrenalber Gebetbuch
Das Gebetbuch aus Herrenalb
Cistercian Devotional Book
Devocionario del Císter
Missel de l'Ordre de Cíteaux
Devozionario cisterciense
Devozionario cisterciense de Herrenalb
Umfang / Format
206 Seiten / 20,0 × 14,0 cm
Datum
1484
Stil
Sprache
Buchschmuck
30 ganzseitige Miniaturen
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Gebetbuch des Zisterzienserordens – Ms. theol. lat. quart. 9 – Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz (Berlin, Deutschland)
Millennium Liber – Madrid, 2017
Limitierung: 995 Exemplare
Detailbild

Gebetbuch des Zisterzienserordens

Christus vor Pontius Pilatus

Noch blutend von seiner Geißelung sowie an Hals und Händen gefesselt tritt Jesus vor Pontius Pilatus, der reich in Grün gekleidet mit einem Szepter in der Hand auf seinem erhöhten Thron sitzt. Er wirft dem Gepeinigten einen selbstgefälligen Blick zu, während seine Garde im Hintergrund mit Hellebarden bewaffnet die beengte Szene bewacht. Die Figur ihres Anführers, der einen Turban trägt, spiegelt darüber hinaus die damalige Besorgnis über die Türkische Invasion in Südosteuropa wider.

Devocionario del Císter
Einzelseite

Gebetbuch des Zisterzienserordens

Bernhard von Clairvaux

Der Zisterzienserorden wurde im Zuge von Reformen des benediktinischen Mönchtums gegründet. Diese Reformbewegung wurde unter anderem von Bernhard von Clairvaux (1090–1153) angeführt. Er wurde besonders wichtig für die Mitglieder dieser strengen und ernsten Ordensgemeinschaft, weshalb manche diese Mönche auch als „Bernhardiner“ bezeichnen. Die Szene verwandelt eine typische Kreuzabnahme so, dass Bernhard darin seinen Platz findet.

Bernhard macht sich hier buchstäblich die Last Christi zu eigen, wenn er den Messias vom Kreuz abnimmt und den aschfahlen Körper auf seine Schultern legt. Er hat seinen Abtsstab auf den grünen Boden neben seinem Wappen und dem vorliegenden Manuskript abgelegt. Die Sterne aus Blattgold und die Heiligenscheine kontrastieren prächtig mit dem mitternachtsblauen Himmel und mit Bernhards schwarzem Habit.

Devocionario del Císter
Faksimile-Editionen

#1 Devocionario del Císter

Millennium Liber – Madrid, 2017
Gebetbuch des Zisterzienserordens – Ms. theol. lat. quart. 9 – Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz (Berlin, Deutschland)
Gebetbuch des Zisterzienserordens – Ms. theol. lat. quart. 9 – Staatsbibliothek Preussischer Kulturbesitz (Berlin, Deutschland) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Millennium Liber – Madrid, 2017
Limitierung: 995 Exemplare
Einband: Leder
Kommentar: 1 Band von Elisa Ruiz García
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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