Gulbenkian-Apokalypse

Gulbenkian-Apokalypse – M. Moleiro Editor – MS L.A. 139 – Museu Calouste Gulbenkian (Lissabon, Portugal)

London, Salisbury oder Winchester (England) — ca. 1265–1275

Mit mehr als 150 atemberaubend schönen, goldleuchtenden Miniaturen: Eine der schönsten englischen Apokalypse-Handschriften des 13. Jahrhunderts und einst Teil der erlauchten Kunstsammlung Papst Clemens' IX.

  1. Eine der schönsten und prächtigsten gotischen Apokalypse-Handschriften aus dem mittelalterlichen England

  2. Gehört zur sog. „Metz-Gruppe“, vier eng verwandte anglo-normannische Apokalypse-Handschriften mit ähnlichen, umfangreichen Bilderzyklen

  3. Zu ihren Vorbesitzern zählen neben Papst Clemens IX. die Sammler Cesare Battaglini, Henry Yates Thomson und schließlich der Industrielle Calouste Gulbenkian

Gulbenkian-Apokalypse

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Preiskategorie: €€€
(3.000€ - 7.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Gulbenkian-Apokalypse

Die Gulbenkian-Apokalypse entstand um 1265–1275 vermutlich in London, Salisbury oder Winchester. Die gotische Apokalypsen-Handschrift ist mit hochwertigen Miniaturen in goldenen Rahmen geschmückt. Sie ist eine der schönsten Manuskripte der englischen Apokalypsen-Tradition und befindet sich heute im Gulbenkian-Museum in Portugal, wonach der Codex benannt wurde.

Die Gulbenkian-Apokalypse

Im 13. und 14. Jahrhundert entstand in England eine Reihe kostbarer und höchst kunstvoll illuminierter Handschriften zur Johannesoffenbarung, auch bekannt als Apokalypse, dem letzten Buch der Bibel. Unter diesen Handschriften sticht die sogenannte „Metz-Gruppe“ durch ihre überaus reiche, umfangreiche und durchgehende Illumination besonders hervor. Die vier zugehörigen, eng verwandten Codices zeichnet eine gemeinsame Bildsprache aus, die von einer klaren Ikonografie mit hohem Wiedererkennungswert und einer hohen Bilddichte geprägt ist. Die Bildzyklen zeigen möglichst viele Ereignisse des biblischen Buchs in chronologischer Reihenfolge, wodurch der Text gewissermaßen von einer visuellen Nacherzählung begleitet wird, die seiner imposanten Sprache in nichts nachsteht. Neben der Gulbenkian-Apokalypse gehören die Lambeth-Apokalypse, die Abingdon-Apokalypse und die namensgebende, aber im 2. Weltkrieg zerstörte Metz-Apokalypse zu dieser bemerkenswerten Handschriftengruppe.

Interessanter Bilderzyklus

Die Gulbenkian-Apokalypse schmückt ein prachtvoller Bildzyklus von 152 halbseitigen Miniaturen. 78 dieser Illustrationen stellen die Geschichte von Ende der Welt und vom Tag des Jüngsten Gerichts bildhaft dar. 74 weitere Szenen illustrieren kurze Auszüge des recht langen und im 13. Jahrhundert in englischen Apokalypse-Handschriften beliebten Kommentars des Berengaudus. Alle Bilder, in ihren unterschiedlichsten Farben und Formen, werden in einem goldenen, rechteckigen Rahmen dargestellt. Während die Darstellungen zum biblischen Text die Rolle des Johannes als Visionär hervorheben, betonen die Illustrationen zum Kommentar die Bedeutung der Predigt und die bischöfliche Autorität. Die Miniaturen des Gulbenkian-Codex stellen die Bilder anderer illustrierte Apokalypsen-Handschriften deutlich in den Schatten. Die qualitativ hochwertigen Illuminationen befinden sich in einem exzellenten Erhaltungszustand, sodass wir diese wunderschönen Bilder noch heute in ihrer vollen Pracht bewundern können.

Prominente Vorbesitzer

Im 17. Jahrhundert befand sich die Gulbenkian-Apokalypse wahrscheinlich im Besitz des Papstes Clemens IX.. Der italienische Kunstsammler Cesare Battaglini, der mit einer Nachfahrin Clemens' IX. verheiratet war, konnte die Handschrift in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem stolzen Preis erstehen. Zwischen 1899 und 1920 befand das Manuskript sich im Besitz des englischen Zeitungsmagnaten und Buchsammlers Henry Yates Thomson. Zu guter Letzt erwarb der namensgebende Portugiese Calouste Gulbenkian den wertvollen Codex für sein Museum Lissabon, wo es bis heute bewahrt wird.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Gulbenkian Apocalypse
Apocalipsis Gulbenkian
Apokalypse Gulbenkian
Apocalisse Gulbenkian
Apocalipse Gulbenkian
Umfang / Format
152 Seiten / 27,0 × 21,7 cm
Datum
ca. 1265–1275
Stil
Sprache
Schrift
Gotisch
Buchschmuck
153 prächtige halbseitige Miniaturen mit Blattgold und Blattsilber
Vorbesitzer
Papst Clemens IX. (1600–1669)
Cesare Battaglini de Rimini
Henry Yates Thomson (1838–1928)
Calouste Gulbenkian (1869–1955)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Gulbenkian-Apokalypse – M. Moleiro Editor – MS L.A. 139 – Museu Calouste Gulbenkian (Lissabon, Portugal)
M. Moleiro Editor – Barcelona, 2000
Limitierung: 987 Exemplare
Detailbild

Gulbenkian-Apokalypse

Der Erste Reiter der Apokalypse

Der Erste Reiter der Apokalypse erscheint hier vor einem Hintergrund, der einen goldenen Rahmen mit einem fein gemusterten blauen Rechteck in der Bildmitte kombiniert. Der Reiter ist dabei wie ein spätmittelalterlicher Adliger gekleidet: „Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel; und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm! Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen. Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.“ (Apk 6, 1-2)

Gulbenkian-Apokalypse – M. Moleiro Editor – MS L.A. 139 – Museu Calouste Gulbenkian (Lissabon, Portugal)
Einzelseite

Gulbenkian-Apokalypse

Das Jüngste Gericht

„Ich sah die Toten vor dem Thron stehen, die Großen und die Kleinen. Und Bücher wurden aufgeschlagen; auch das Buch des Lebens wurde aufgeschlagen. Die Toten wurden nach ihren Werken gerichtet, nach dem, was in den Büchern aufgeschrieben war.“(Offb 20, 12) Hier sehen wir das entscheidende Ereignis aus dem Buch der Offenbarung, das in zwei belebte und bunte Register unterteilt ist.

Im unteren Register wacht ein Engel mit einem Schwert vor einer Waage, die Gottes Hand vom Himmel aus nach unten hält. Mit ihr werden alle gewogen und diejenigen, die nicht im Buch des Lebens zu finden sind, werden in den Feuersee geworfen, der hier im Höllenschlund dargestellt wird; die Gläubigen dagegen erscheinen im oberen Register glücklich vereint mit Christus. In dieser reich vergoldeten Szene versammeln sich die Erwählten um Christus in seiner Herrlichkeit.

Gulbenkian-Apokalypse – M. Moleiro Editor – MS L.A. 139 – Museu Calouste Gulbenkian (Lissabon, Portugal)
Faksimile-Editionen

#1 Apocalipsis Gulbenkian

M. Moleiro Editor – Barcelona, 2000

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: M. Moleiro Editor – Barcelona, 2000
Limitierung: 987 Exemplare
Einband: Pergamenteinband in einem roten Lederschuber
Kommentar: 1 Band (224 Seiten) von Nigel J. Morgan, Emílio Rui Vilar, Aires Nascimento, Michelle P. Brown und Suzanne Lewis
Sprachen: Spanisch, Englisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€€
(3.000€ - 7.000€)
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