Gold und Purpur für den König: Das einzige erhaltene königliche Gebetbuch aus der ottonischen Zeit

Königsgebetbuch für Otto III.

Deutschland — 983–991

Königsgebetbuch für Otto III.

Königsgebetbuch für Otto III.

Deutschland — 983–991

  1. Wohl eine Arbeit im Auftrag der byzantinischen Prinzessin und Kaiserin Theophanu (ca. 955–90) für ihren Sohn Otto III. (980–1002)

  2. Ganz einer königlichen Handschrift würdig, ist sie ganz in Purpur und Gold gehalten

  3. Neben den Gebetstexten finden sich auch ganzseitige Miniaturen in diesen einzig erhalten gebliebenen königlichen Gebetbuch aus der Zeit der Ottonen

Königsgebetbuch für Otto III.

Königsgebetbuch für Otto III.

Kreuzigung

Während sich frühere Kreuzigungsszenen eines breiteren Personals einschließlich gutem und schlechtem Schächer bedienten, begannen Künstler im 10. Jahrhundert, die Ikonografie auf ihren Kern zu reduzieren: Diese Darstellung zeigt lediglich die Jungfrau Maria und den Evangelisten Johannes, die um den gekreuzigten, aber von Engeln flankierten Christus trauern. Das schimmernde Blattgold der Glorien zieht die Aufmerksamkeit auf die erstaunlich expressiven Gesichter der Figuren, deren große, geöffnete Augen in starkem Kontrast zu Christi leblosem Antlitz stehen.

Königsgebetbuch für Otto III.

Alternativ-Titel:
  • Royal Prayer Book for Otto III
Königsgebetbuch für Otto III. – Clm 30111 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
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Bildvon
Preiskategorie: €€ (1.000€ - 3.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Das Gebetbuch Ottos III. hat in der Geschichte einen einzigartigen Rang: als einziges erhaltenes Königsgebetbuch aus ottonischer Zeit. Nicht nur die Miniaturen, auch die Schrift in Gold auf purpurgrundiertem Pergament machen seinen außerordentlichen Wert deutlich. Noch heute kann man sich in die Pracht des privaten Gebetbüchleins des Königs und Kaisers vertiefen.

Königsgebetbuch für Otto III.

Das Gebetbuch Ottos III. hat in der Geschichte einen einzigartigen Rang: als einziges erhaltenes Königsgebetbuch aus ottonischer Zeit. Nicht nur die Miniaturen, auch die Schrift in Gold auf purpurgrundiertem Pergament machen seinen außerordentlichen Wert deutlich. Noch heute kann man sich in die Pracht des privaten Gebetbüchleins des Königs und Kaisers vertiefen.

Ottonische Buchkunst

Das zwischen 983 und 991 entstandene Königsgebetbuch Ottos des III. präsentiert uns noch heute die außerordentliche Kunstfertigkeit und die Pracht der Buchmalerei des Frühmittelalters. Die Handschrift hat das auf den ersten Blick außergewöhnliche, jedoch für ein privates Gebetbuch übliche kleine Format von 15 x 12 cm. Das Gebetbuch diente dem kindlichen König uns späteren Kaiser nicht nur zur Vertiefung in die Welt seines Glaubens, sondern sollte ihm auch die Grundlagen des frühmittelalterlichen Herrscherverständnisses vermitteln. Christlicher Glauben und das Herrscherideal der ottonischen Kaiser waren eng miteinander verbunden.
In Auftrag gegeben wurde das Buch vermutlich von Ottos Mutter, der byzantinischen Prinzessin Theophanu, oder von deren Berater, Erzbischof Willgis von Mainz. Entstanden ist es zwischen der 983 erfolgten Krönung des erst dreijährigen Otto und Theophanus Tod 991.

Ein königliches Kunstwerk

Jede einzelne Seite des Gebetbuchs zeugt vom Wert der Handschrift. Die Gebete sind auf dem wertvollsten Malgrund aufgetragen: Purpur-Pergament. Dazu wurden die Seiten mit dem kostbaren Farbstoff aus den Drüsen der Purpur-Schnecke eingefärbt. Auf diesen dunkleren Grund wurde dann mit leuchtender Goldtinte geschrieben. Um die Pracht noch zusätzlich zu steigern, sind in den Text 25 große Goldinitialen integriert.
Neben dem Text sind es jedoch auch die fünf Miniaturseiten, die den Wert der Handschrift untermauern. Obwohl es sich um das private Gebetbuch Ottos III. handelt, wird auch in den Miniaturen das monastische Herrscherideal verbildlicht. Der König selbst ist in den Miniaturen abgebildet.
Drei der insgesamt fünf Miniaturseiten zeigen das Porträt des Königs. Die Szenen lassen während des Gebets vor dem Auge des Betrachters das göttliche Geschehen erstehen. Indem Otto selbst Teil der Bilder ist, führt er sich das Geschehen noch eindringlicher vor Augen. So ist der Herrscher auf der Seite gegenüber der Kreuzigung Christi im Bild der Deesis umgeben von Christus und Heiligen dargestellt. Das zweite Paar von Miniaturseiten zeigt auf der Recto-Seite den thronenden Christus von Engeln flankiert in einer Mandorla. Das gegenübergestellte Blatt zeigt den demütig am Boden liegenden König Otto.
Besonders eindrucksvoll gestaltet ist schließlich das Dedikationsbild neben dem Widmungsgedicht des Schreibers, auf dem König Otto die Handschrift von einem Geistlichen entgegennimmt.

Einzigartige historische Bedeutung der Handschrift

Nicht nur der künstlerische und kunsthistorische Wert und die Pracht der Materialien machen die Bedeutung der Handschrift aus. Der über tausendjährige Codex ist auch ein historisch höchst wertvolles Artefakt. Als einziges erhaltenes Königsgebetbuch aus ottonischer Zeit stellt das Gebetbuch Ottos III. ein herausragendes Geschichtsdenkmal und einzigartiges Kunstwerk dar.
Nach dem Tod des Kaisers gelangte die Handschrift über viele Stationen nach Schloss Weissenstein in Pommersfelden und 1994 schließlich als spektakulärer Ankauf in die Bayerische Staatsbibliothek nach München.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Royal Prayer Book for Otto III
Umfang / Format
88 Seiten / 15,0 x 12,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
983–991
Sprache
Buchschmuck
5 ganzseitige Miniaturen, 25 goldene Initialen über mehrere Zeilen und unzählige kleine Initialen am Anfang eines jeden Satzes, ganz in Gold auf einem purpurgefärbtes Pergament geschrieben
Auftraggeber
Kaiserin Theophanu (960 - 991) oder der Heilige Willigis (940 - 1011), Erzbischof von Mainz
Königsgebetbuch für Otto III.

Königsgebetbuch für Otto III.

Widmungsbild: Otto III. erhält das Buch von einem Kleriker

Im Gegensatz zu einem Auftraggeberporträt zeigt ein Widmungsbild, das auch als Präsentationsminiatur bezeichnet wird, wie dem Empfänger das Manuskript überreicht wird; und zwar entweder von dessen Auftraggeber oder häufiger von dem Künstler oder Schreiber, der es angefertigt hat – wie auch in diesem Fall. Dieses individuelle, für den ottonischen Stil ungewöhnlich kleinformatige Manuskript bewahrt das Bild die feierliche, monumentale Ästhetik, die dem Stil auch sonst eignet.

Lila, die Farbe eines Kaisers, dominiert das Bild und wird wunderbar von der blassen Architektur, den Vorhängen und den einfachen Gewändern des Mönchs kontrastiert. Otto III. (980–1002) ist im Stil eines römischen Kaisers reich gekleidet; seine Krone, die Gewänder, der Thron, der Codex und die Vorhänge sind alle mit schimmerndem Blattgold akzentuiert. Das natürliche Fallen der Falten und der Gesichtsausdruck wird dadurch besonders verstärkt.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Königsgebetbuch für Otto III.“

Königsgebetbuch für Otto III.
Königsgebetbuch für Otto III. – Clm 30111 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
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Königsgebetbuch für Otto III.

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Faksimile Verlag – Luzern, 2008
Limitierung
980 Exemplare
Einband
Der ursprüngliche Bucheinband des Königsgebetbuchs für Otto III. ist heute verloren. Vorbild für den Faksimileband ist ein byzantinisches Seidengewebe (Museum August Kestner, Hannover), das dem Einband des ottonischen Abba-Codex nachempfunden wurde. Faksimileband und Kommentar werden in einer edlen Lederkassette mit dem Replikat zweier byzantinischer Elfenbeintafeln aus dem Aachener Domschatz präsentiert. Die beiden Schmucktafeln waren im 10. Jh. zunächst Teil eines Klappaltärchens und wurden später in einen Buchdeckel integriert.
Kommentar
1 Band von Elisabeth Klemm, Hermann Hauke und Georg Minkenberg
Sprachen: Englisch, Deutsch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Preiskategorie: €€ (1.000€ - 3.000€)
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