Kurze Gebrauchsanweisung für Ehemänner zum Zusammenleben mit den Ehefrauen

Kurze Gebrauchsanweisung für Ehemänner zum Zusammenleben mit den Ehefrauen – Franco Cosimo Panini Editore

Abtei von St. Peter, Modena (Italien) — 3. März 1472

Die Ehe aus der Sicht eines Mönchs: Das italienischsprachige Traktat des Abtes Basilius in einem meisterlich geschriebenen Renaissance-Codex, geschmückt mit einer goldleuchtenden historisierten Initiale

  1. Für die junge Polissena und ihren Gemahl 1472 in der Benediktinerabtei San Pietro in Modena geschaffen

  2. Sieben Kapitel verbinden Bibel, Kirchenväter und antike Beispiele mit Vorstellungen von Ehe, Hierarchie und häuslicher Ordnung

  3. Elegante humanistische Minuskel auf Pergament und eine reich kolorierte, vergoldete Initiale mit dem Paar im Gestus der Verlobung

Kurze Gebrauchsanweisung für Ehemänner zum Zusammenleben mit den Ehefrauen

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Beschreibung
Kurze Gebrauchsanweisung für Ehemänner zum Zusammenleben mit den Ehefrauen

Der Kurze Traktat darüber, wie jeder Ehemann mit seiner Frau leben soll und folglich die Frau mit ihrem Ehemann wurde am 3. März 1472 in der Benediktinerabtei San Pietro in Modena vollendet. Abt Basilio richtete den italienischsprachigen Text an die junge Polissena und ihren Gemahl – als gelehrten Begleiter für den Übergang von der Hochzeit in den gemeinsamen Alltag. In sieben Kapiteln verbindet er biblische Lehre, Kirchenväter und antike Beispiele mit Vorstellungen von Eintracht, häuslicher Ordnung und ehelichen Pflichten. Zugleich spiegelt der Text deutlich die hierarchischen Geschlechterrollen des 15. Jahrhunderts: Besonders die Frau wird zu Keuschheit, Bescheidenheit und maßvollem Verhalten angehalten. Der auf Pergament in eleganter humanistischer Minuskel geschriebene Codex wird durch rote und blaue Gliederungselemente belebt. Eine reich kolorierte und vergoldete historisierte Initiale zeigt das Paar einander zugewandt im Gestus des Eheversprechens.

Ein Ehetraktat aus dem Modena der Renaissance

Der vollständige Titel Breve trattato su come ciascun marito deve vivere con la moglie sua e per conseguente la moglie con il marito proprio bezeichnet eine außergewöhnliche Handschrift, die am 3. März 1472 in der Benediktinerabtei San Pietro in Modena vollendet wurde. Abt Basilio da Parma verfasste den italienischen Text für die junge Polissena und ihren Gemahl. Der Codex verbindet moralische Unterweisung, persönlichen Anlass und repräsentative Buchkunst. Er behandelt die Ehe als konkrete Lebensgemeinschaft, deren Harmonie und religiöse Verantwortung gestaltet werden sollen.

Die Abtei San Pietro als geistiger Hintergrund

San Pietro gehörte seit 1434 zur reformorientierten Kongregation von Santa Giustina. Basilio schöpfte aus der Bibel, den Kirchenvätern und moralischen Beispielen der Antike, darunter Stoffen aus der Tradition des Valerius Maximus. Dass der Traktat nicht auf Latein, sondern in italienischer Volkssprache geschrieben wurde, verweist auf seinen praktischen Zweck: Er sollte ein adliges oder höfisch geprägtes Paar unmittelbar erreichen.

Sieben Kapitel über das gemeinsame Leben

Der Text ist in sieben kurze Kapitel gegliedert. Sein Titel nennt beide Ehepartner, doch die Ratschläge folgen den hierarchischen Vorstellungen des 15. Jahrhunderts. Die Ehe erscheint als moralische Ordnung, in der Zuneigung, Gehorsam, Selbstbeherrschung und Verantwortung miteinander verbunden werden. Von der Frau werden besonders Keuschheit, Bescheidenheit, maßvolles Sprechen und geregelte Wohltätigkeit erwartet. Der Mann erscheint als Gefährte, Haushaltsvorstand und korrigierende Instanz. So wird die Handschrift zu einer aufschlussreichen Quelle für Geschlechterrollen der frühen Renaissance.

Christliche Lehre und antike Moral

Basilio begründet seine Empfehlungen mit der Heiligen Schrift, patristischer Autorität und antiken Exempla. Häusliche Eintracht gilt als Ausdruck geordneter Lebensführung, während unbeherrschte Rede, Verschwendung oder unangemessenes Verhalten die Gemeinschaft gefährden. Der Traktat zeigt, wie die Renaissance christliche und klassische Wissensbestände auf konkrete Fragen des Alltags übertrug.

Humanistische Schrift und kostbare Ausstattung

Die Handschrift wurde auf Pergament in sorgfältiger humanistischer Minuskel geschrieben. Braune und rote Tinte sowie rote und blaue Gliederungselemente strukturieren den Text. Den künstlerischen Höhepunkt bildet die reich kolorierte und vergoldete historisierte Initiale am Beginn. Sie zeigt ein Paar, das einander zugewandt die Hände ausstreckt – ein Bildtypus, der an Verlobung und Eheschließung erinnert. Die Miniatur macht den Anlass des Buches sichtbar und steht der verfeinerten Bildsprache der Ferrareser Renaissance nahe, ohne dass eine bestimmte Werkstatt sicher benannt werden kann.

Ein persönliches Geschenk für Polissena

Die direkte Anrede an Polissena und ihren vornehmen Gemahl macht den Codex zu mehr als einem allgemeinen Lehrbuch. Er war offenbar als Hochzeits- oder Ehegeschenk gedacht, das den Übergang von der Zeremonie zum gemeinsamen Alltag begleiten sollte. Darin liegt seine besondere kulturgeschichtliche Bedeutung: Ein Kloster übersetzte gelehrte Moraltheologie in ein kostbares Objekt für das private Leben.

Ein seltenes Zeugnis seiner Zeit

Der Besitzvermerk „Ex Monasterio Sancti Petri Mutine“ verbindet die Handschrift eindeutig mit San Pietro in Modena. Der Codex ist ein seltenes, datiertes Zeugnis italienischer Ehe- und Alltagskultur des 15. Jahrhunderts. Er bewahrt nicht nur moralische Vorstellungen seiner Epoche, sondern zeigt auch, wie ein persönlicher Text in Pergament, humanistischer Schrift, Farbe und Gold zu einem geschlossenen Kunstwerk gestaltet wurde.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Short Treatise on How Every Husband Should Live with His Wife
Breve trattato su come ciascun marito deve vivere con la moglie sua e per conseguente la moglie con il marito proprio
Herkunft
Italien
Datum
3. März 1472
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Faksimile-Editionen

#1 Breve trattato su come ciascun marito deve vivere con la moglie sua e per conseguente la moglie con il marito proprio

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2006
Limitierung: 500 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Lidia Righi Guerzoni
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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