La Mirabile Visione

La Mirabile Visione

Kloster La Grande Chartreuse (Frankreich) — Ca. 1450–1470

Ein wahrlich prachtvoll illuminiertes Meisterwerk der französischen Renaissance: Die "Wundersame Vision" vom Antichristen, dem Jüngsten Gericht und Himmel und Hölle in 83 beeindruckenden Miniaturen

  1. Dieses Gesamtkunstwerk verbindet eine der berühmtesten Visionen der Geschichte mit der Kunstfertigkeit der französischen Renaissance

  2. 83 Miniaturen, darunter 16 ganzseitige, zeigen einige der außergewöhnlichsten und furchterregendsten Bilder der Apokalypse

  3. Das kostbare Manuskript ist durch die Hände verschiedener Bibliophiler gegangen, darunter der berühmte Sammler Francis Douce (1759–1834)

La Mirabile Visione

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
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Beschreibung
La Mirabile Visione

Diese Handschrift aus dem 15. Jahrhundert trägt den Titel La Mirabile Visione oder Die wundersame Vision und ist eine Abhandlung über den Antichristen, das Jüngste Gericht, den Himmel und die Hölle, die im Stil der französischen Renaissance prachtvoll verziert ist. 83 Miniaturen, darunter 16 ganzseitige, illustrieren die apokalyptische Geschichte und haben das meisterhafte Manuskript zum geschätzten Besitz verschiedener namhafter Bibliophiler gemacht. Es handelt sich auch um ein historisch wertvolles Zeugnis des Geistes der Renaissance, das die religiösen, humanistischen und künstlerischen Werte dieser Zeit in sich vereint. Werden Sie Zeuge der Schrecken und Wunder der Apokalypse und des endzeitlichen Triumphs des Guten über das Böse!

La Mirabile Visione

Diese fantastische Abhandlung über die Apokalypse ist ein Fest für die Augen und eine Wohltat für die Seele. Sie enthält eine Transkription des Livre de la Vigne nostra Seigneur oder Buch des Weinstocks des Herrn, eine Anspielung auf das Gleichnis der Weinbauern in Matthäus 20,1-16. Dieser Text wird dann durch Zitate aus der Bibel und von den Heiligen Augustinus, Hieronymus, Gregor, Bede und Bernhard ergänzt. Die Schrift ist mit 83 Miniaturen ausgestattet, von denen 16 eine ganze Seite einnehmen. Zahlreiche rote, blaue und goldene Initialen schmücken die Handschrift ebenso wie eine kunstvolle Blumenbordüre mit Vögeln und Insekten, die die erste Textseite einrahmt. Nichtsdestotrotz enthält La Mirabile Visioneeinige der außergewöhnlichsten und furchterregendsten Bilder der Apokalypse und ist sowohl für Forscher als auch für private Sammler außerordentlich faszinierend.

Aufstieg und Fall des Antichristen

Die Erzählung schildert die Geschichte des Antichristen, seinen Betrug an der Menschheit und seinen Krieg gegen die Kirche, nachdem er die Völker der Erde gegen sie aufgebracht hat. In einer Miniatur wird er als falscher Papst dargestellt, der in Jerusalem eintrifft, was nur eines von mehreren Anzeichen für die wachsende Unzufriedenheit innerhalb der katholischen Kirche ist, die sich eine Generation später in der Reformation entlädt. Nachdem Gott den Antichristen vernichtet und seinen Verfolgungen der Gläubigen ein Ende gesetzt hat, muss die Menschheit 15 Zeichen des kommenden Weltuntergangs und des Letztes Gericht ertragen. Das Buch ist voller grausamer Bilder, insbesondere in Bezug auf das Leiden der Seligen auf Befehl des Antichristen und die Bestrafung der Verdammten nach seinem Sturz.

Der Zeitgeist des 15. Jahrhunderts

Der Text und die Bilder des Manuskripts spiegeln die Ängste des 15. Jahrhunderts wider, einer Zeit der Erholung und des Wiederaufbaus nach dem Trauma der Kriege, Hungersnöte und Seuchen des vorangegangenen Jahrhunderts. Es war eine Epoche, die sowohl eine Blüte der Kunst und eine Explosion der Literatur in der Folge von Dantes Göttlicher Komödie erlebte, als auch eine Zeit anhaltender sozialer Umwälzungen, religiöser Unruhen und zunehmend brutaler Kriege. Die in dem Text behandelten Themen wären für ein zeitgenössisches Publikum äußerst fesselnd gewesen und sind für den modernen Leser, der unsere eigenen schwierigen Zeiten durchlebt, nach wie vor relevant. Daher könnte das Werk als eine ideale Mischung aus Dante und Giotto angesehen werden, entstanden kurz vor der Geburt Michelangelos.

Die Geschichte des Manuskripts

Ursprünglich wurde die Handschrift im Südosten Frankreichs von Kartäusermönchen angefertigt und ist im Laufe der Jahrhunderte durch die Hände verschiedener prominenter Bibliophiler gegangen. Das Manuskript, das heute in der Bodleian Library der Universität Oxford unter dem Signaturzeichen MS. Douce 134 aufbewahrt wird, ist eigentlich der zweite von zwei Bänden. Das Kolophon der Schwesterhandschrift trägt das Datum 5. März 1463 und bezeugt, dass auch der zweite Band zu diesem Zeitpunkt fertiggestellt war. In den Einband ist der Name "Dominus Johannes Blathe" eingebracht, der es wahrscheinlich im 16. Jahrhundert in seinem Besitz hatte. Danach ging es durch die Hände von Gilbert Paignon Dijonval (1708–1792) und Charles-Gilbert, Vicomte Morel de Vindé (1759–1842), bevor es im April 1823 an einen gewissen Robert Triphook verkauft wurde. Das Buch wurde dann im Mai 1832 für die Summe von 19,15 Pfund von einem Mr. Payne erworben, der es im darauffolgenden Monat an den berühmten Sammler Francis Douce (1759–1834) verkaufte, der es wiederum nach seinem Tod der Bodleian Library vermachte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Livre de la Vigne nostre Seigneur
Umfang / Format
170 Folios / 24,0 × 17,0 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
Ca. 1450–1470
Buchschmuck
83 Miniaturen, 16 davon ganzseitig
Inhalt
Livre de la Vigne nostre Seigneur: Abhandlung über den Antichristen, das Jüngste Gericht, Himmel und Hölle
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Dominus Johannes Blathe
Gilbert Paignon Dijonval (1708–1792)
Charles-Gilbert, Vicomte Morel de Vindé (1759–1842)
Robert Triphook
Herr Payne
Francis Douce (1757–1834)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
La Mirabile Visione
Istituto dell'Enciclopedia Italiana - Treccani – Rom, 2019
Limitierung: 299 Exemplare
Detailbild

La Mirabile Visione

Die doppelte Natur des Antichristen

Der Antichrist ist in ein goldenes Gewand gekleidet und hält ein Zepter in der Hand. Er wird mit zwei Gesichtern dargestellt: einem schönen Gesicht, das er zur Verführung der Völker der Erde benutzt, und einer teuflischen Visage, die sein wahres Wesen offenbart. Im Vordergrund stehen drei Figuren, darunter zwei wohlhabende Bauern mit Werkzeugen in der Hand und eine reich gekleidete Adlige, die gestikuliert, als würde sie ihnen Anweisungen geben. Die Szene enthält viele kunstvolle Details wie die Kopfbedeckungen der drei Personen und die Beschläge an der Eingangstür des Schlosses.

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Einzelseite

La Mirabile Visione

Gericht über Sünder und Dämonen

Christus, der nur mit einem blauen Mantel bekleidet ist, schwebt im Himmel und präsentiert seine Wundmale. Er sitzt dem Jüngsten Gericht vor, flankiert von den 12 Aposteln, die als himmlische Geschworene fungieren. Die Jungfrau Maria steht über der rechten Schulter Christi, vielleicht um Barmherzigkeit zu erbitten, und ist wie ihr Sohn und die Apostel mit einem Heiligenschein ausgezeichnet. Ein Publikum aus Engeln beobachtet das Geschehen aus dem Hintergrund.

Die Angeklagten warten nackt darauf, sich dem göttlichen Urteil zu stellen. Unter ihnen befinden sich zwei gehörnte Dämonen, eine Frau mit langem blondem Haar, ein Mönch mit Tonsur, ein Papst mit Mitra und drei Figuren, die zu tanzen scheinen. Während die menschlichen Figuren einen ernsten, ängstlichen Gesichtsausdruck haben, grinsen die Dämonen teuflisch.

La Mirabile Visione
Faksimile-Editionen

#1 La Mirabile Visione

La Mirabile Visione
La Mirabile Visione Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 299 Exemplare
Einband: Brauner Ledereinband, verziert mit geprägten Rauten, Quadraten und floralen Schmuckelementen sowie mit vier Messingnieten
Kommentar: 1 Band von Tullio Gregory, Martin Kauffmann, Jean-Robert Armogathe, Francesco Santi, Marina Falla Castelfranchi und Chiara Franceschini
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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