Die flämische Schule von Willem Vrelant in einer italienischen Prachthandschrift für die Tochter König Philipps V.

Offizium der Madonna von Maria Antonietta von Savoyen

Italien — 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts

Offizium der Madonna von Maria Antonietta von Savoyen

Offizium der Madonna von Maria Antonietta von Savoyen

Italien — 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts

  1. Die Malereien dieses unglaublichen Manuskripts erinnern an die flämische Schule von Willem Vrelant (gest. ca. 1481/82)

  2. Trotzdem hat das Manuskript einen einzigartigen italienischen Charakter: Die meisten Heiligen sind Italiener

  3. Es trägt den Namen von Maria Antonietta aus Spanien, einer spanischen Infantin und Tochter von König Philipp V. (1683-1746)

Offizium der Madonna von Maria Antonietta von Savoyen

Alternativ-Titel:
  • Officium Beatae Mariae Virginis of Maria Antonietta of Savoia
  • Officium Beate Marie Virginis
  • Offiziolo di Maria Antonietta di Savoia
Offizium der Madonna von Maria Antonietta von Savoyen – JB. II. 34 – Archivio di Stato di Torino - Museo dell'Archivio di Corte (Turin, Italien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Diese italienische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erinnert mit ihrer eleganten und kunstvollen Ausstattung an die große flämische Buchmalerei. Doch hat das Marienoffizium eine eindeutig italienische Bestimmung, ist doch ein Großteil der präsentierten Heiligen spezifisch italienisch. Im 18. Jahrhundert befand sich die Handschrift schließlich im Besitz der Maria Antonia von Savoyen, der jüngsten Tochter des spanischen Königs Philipp V. und Gemahlin des Königs von Sardinien-Piemont, Viktor Amadeus III. aus dem Hause Savoyen.

Offizium der Madonna von Maria Antonietta von Savoyen

Diese italienische Handschrift aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erinnert mit ihrer eleganten und kunstvollen Ausstattung an die große flämische Buchmalerei. Doch hat das Marienoffizium eine eindeutig italienische Bestimmung, ist doch ein Großteil der präsentierten Heiligen spezifisch italienisch. Im 18. Jahrhundert befand sich die Handschrift schließlich im Besitz der Maria Antonia von Savoyen, der jüngsten Tochter des spanischen Königs Philipp V. und Gemahlin des Königs von Sardinien-Piemont, Viktor Amadeus III. aus dem Hause Savoyen.

Eine italienische Verkündigung im flämischen Stil

Eine wunderschöne Darstellung der Verkündigungsszene illustriert das Marienoffizium: Maria, betend auf ein Kissen am Boden gekniet, und der Erzengel, der ihr mit einem Spruchband die Frohe Botschaft verkündet, befinden sich in einem kunstvoll komponierten Raum mit asymmetrischem Schachbrett-Boden, ornamentierten Wänden und einem grünen Baldachin über dem Lesepult, vor dem Maria kniet. Gottvater überblickt die Szene aus der linken oberen Bildecke. Und eine Vase mit zwei weißen Lilien als Symbol für die Jungfräulichkeit Mariens steht im Zentrum des Raumes.

Filigranes Ornament und grandiose Miniaturen

Diese Miniatur steht exemplarisch für die grandiose bildliche Ausstattung des Marienoffizium der Maria Antonia von Savoyen: 13 ganzseitige Miniaturen, 13 historisierte Initialen und 172 Zierinitialen in roter und blauer Tinte schmücken die üppig dekorierte Handschrift. Neben der erwähnten Miniatur zur Verkündigung macht auch die wunderschöne, eindringliche Darstellung der Beweinung die künstlerischen Einflüsse aus Flandern deutlich. Obwohl in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts in Italien entstanden, erinnern die Malereien an die flämische Schule des Willem Vrelant.

Eine spanische Infantin

Die kostbare Handschrift trägt heute den Namen einer ihrer Besitzerinnen: Maria Antonia von Spanien (span. Maria Antonia Fernanda, 1729-1785), als jüngste Tochter Philipp V. spanische Infantin. Durch die Heirat mit Viktor Amadeus III. aus dem Hause Savoyen wurde sie Königin von Sardinien-Piemont und gelangte wohl so in den Besitz des italienischen Marienoffiziums. Viktor Amadeus war der Sohn von Carlo Emanuele III., Herzog von Savoyen und König von Sardinien-Piemont. Dieser war es auch, der die Handschrift 1764 von einem Geistlichen der Kirche St. Joire in Savoyen erworben hatte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Officium Beatae Mariae Virginis of Maria Antonietta of Savoia
Officium Beate Marie Virginis
Offiziolo di Maria Antonietta di Savoia
Umfang / Format
238 Seiten / 19,5 x 15,0 cm
Herkunft
Italien
Datum
2. Hälfte des 15. Jahrhunderts
Sprache
Buchschmuck
13 ganzseitige Miniaturen, 13 historisierte Initialen und 172 Zierinitialen in roter und blauer Tinte
Künstler / Schule
Vorbesitzer

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Offizium der Madonna von Maria Antonietta von Savoyen“

Offiziolo di Maria Antonietta di Savoia
Offizium der Madonna von Maria Antonietta von Savoyen – JB. II. 34 – Archivio di Stato di Torino - Museo dell'Archivio di Corte (Turin, Italien)
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Offiziolo di Maria Antonietta di Savoia

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Imago – Castel Guelfo, 2005
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299 Exemplare
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1 Band
Sprache: Italienisch
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