Retabel Johannas der Wahnsinnigen

Retabel Johannas der Wahnsinnigen – Patrimonio Ediciones – British Museum (London, Vereinigtes Königreich) / Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien) / Metropolitan Museum of Art (New York, USA) / andere

Gent oder BrĂŒgge (Belgien) — 16. Jahrhundert

Die Kunst eines Malergenies auf einzigartige Weise prĂ€sentiert: Die Buchkunst des Simon Bening in einem Holzrahmen als Altar fĂŒr die Königin von Spanien

  1. Ein völlig neuer Stil der Buchkunst, hervorgebracht durch die kĂŒnstlerische Begabung Simon Benings (ca. 1483–1561)

  2. 9 PergamentblÀtter, in einen mit Blattgold verzierten Rahmen eingelassen, bilden ein kleines, kunstvolles Retabel

  3. Die Miniaturen zÀhlen zu den besten Werken der flÀmischen Kunst des 16. Jahrhunderts

Retabel Johannas der Wahnsinnigen

Ausgabe bei uns verfĂŒgbar
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Retabel Johannas der Wahnsinnigen

Dieses Werk in außergewöhnlicher Form bietet eine völlig neue Art, die Kunst der Buchmalerei des großen Simon Bening zu erleben. FĂŒr eine bedeutende königliche Auftraggeberin, Johanna I. von Kastilien, fertigte er diese neun einzelnen PergamentblĂ€tter, die in einem wunderschönen Holzrahmen zu einem Retabel zusammengefasst sind. Sie zeigen Szenen zum Leben Christi, von der VerkĂŒndigung ĂŒber die Geburt bis zur Kreuzigung. In feinster Malerei und leuchtenden Farben ausgefĂŒhrt, zĂ€hlen die Miniaturen zum Besten, was die flĂ€mische Malerei des 16. Jahrhunderts hervorgebracht hat.

Retabel Johannas der Wahnsinnigen

Dieses Werk in außergewöhnlicher Form bietet eine völlig neue Art, die Kunst der Buchmalerei des großen Simon Bening zu erleben. FĂŒr eine bedeutende königliche Auftraggeberin, Johanna I. von Kastilien, fertigte er diese neun einzelnen PergamentblĂ€tter, die in einem wunderschönen Holzrahmen zu einem Retabel zusammengefasst sind. Sie zeigen Szenen zum Leben Christi, von der VerkĂŒndigung ĂŒber die Geburt bis zur Kreuzigung. In feinster Malerei und leuchtenden Farben ausgefĂŒhrt, zĂ€hlen die Miniaturen zum Besten, was die flĂ€mische Malerei des 16. Jahrhunderts hervorgebracht hat.

Ein schicksalhaftes Leben

Die Miniaturen des Retabels sind mit dem Namen Johannas von Kastilien verbunden, deren schicksalhaftes Leben noch heute tief berĂŒhrt. Johanna I. von Kastilien (1479–1555), mit dem Beinahmen „die Wahnsinnige“ bezeichnet, regierte als Königin von Kastilien ein riesiges Reich, das sich von Neapel-Sizilien und ganz Spanien bis zum erst kurz zuvor entdeckten Westindien (SĂŒd- und Mittelamerika) erstreckte. Sie war mit Philipp dem Schönen von Österreich verheiratet, dem Sohn Kaiser Maximilians I. Durch diese Heirat verbanden sich Österreich und Spanien zu einem mĂ€chtigen Habsburger-Reich. Johannas Name ist mit allen wichtigen Figuren ihrer Zeit verbunden. So war ihr Bruder Don Juan mit der Schwester Philipps, Margarete von Österreich, verheiratet, Johannas Sohn sollte als Kaiser Karl V. ein Weltreich regieren. Ihren Beinamen erhielt sie wohl aufgrund ihres hitzigen Temperamentes und ihrer Eifersucht, die die Königin in einer Nervenkrankheit enden ließen. Ihr Leben beschloss sie nach ĂŒber vierzigjĂ€hriger Gefangenschaft im Schloß Tordesillas bei Valladolid.

Außergewöhnliche Malerei in einem ungewöhnlichen Rahmen

Die wundervollen Gouachen auf Pergament befinden sich nicht als Illustrationen in einer Handschrift, sondern sind in einen mit Blattgold verzierten Holzrahmen eingelassen. Auf diese Weise entsteht ein kunstvolles kleines Retabel. Als Retabel wird ein mit GemĂ€lden oder Skulpturen geschmĂŒckter Altaraufsatz bezeichnet. Die kĂŒnstlerischen Darstellungen eines Retabels haben demzufolge biblische oder allgemein sakrale ErzĂ€hlungen zum Thema. Diesem Prinzip folgt auch das Retabel Johannas der Wahnsinnigen. Simon Benings Miniaturen zum Leben Christi bieten die Möglichkeit, sich das biblische Geschehen eindrĂŒcklich vor Augen zu fĂŒhren.

Vom besten Buchmaler seiner Zeit

Der flĂ€mische Maler der Miniaturen, Simon Bening, war der erfolgreichste und berĂŒhmteste Miniaturist seiner Zeit und einer der bedeutendsten Vertreter seiner Faches ĂŒberhaupt. Im 16. Jahrhundert fertigte er Werke fĂŒr viele große Namen, fĂŒr königliche Auftraggeber wie Karl V. und fĂŒr Kunden aus den oberen Gesellschaftsschichten, deren Namen noch heute ein Begriff sind, z. B. fĂŒr Kardinal Albrecht von Brandenburg. Der unumstrittene Meister der Buchkunst des 16. Jahrhunderts in Europa fertigte vor allem kostbare StundenbĂŒcheraber, aber auch Genealogische Tafeln, beispielsweise fĂŒr die KönigshĂ€user von Portugal und Spanien, oder kleine tragbare Altarbilder auf Pergament.

Eine außergewöhnliche Form

Das Retabel fĂŒr Johanna von Kastilien versammelt in einem Rahmen mit den Maßen 34 x 41 cm neun wunderbar feine und eindringliche Darstellungen zum Leben Christi. Beginnend mit der VerkĂŒndigungsszene wird die Heimsuchung Mariens und die Geburt Christi dargestellt. Darauf folgen das Gebet am Ölberg mit den schlafenden JĂŒngern, die Geißelung Christi und die Kreuztragung. Im unteren Register der Tafel werden eine Kreuzigungsgruppe, die Auferstehung und die Marienkrönung vor Augen gefĂŒhrt.
Simon Bening gelingt es, die biblischen ErzĂ€hlungen spannend zu gestalten. So wird die VerkĂŒndigungsszene in einen mit SĂ€ulen gestalteten Innenraum verlegt, der gekonnt perspektivisch abgebildet wird. Der himmlische Engel mit wundervollen goldenen FlĂŒgeln ĂŒberrascht die betende Maria mit seinem plötzlichen Auftauchen. Überstrahlt wird die Szene vom Heiligen Geist in Form einer Taube.
Neben solchen architektonischen HintergrĂŒnden spielen sich einige der Szenen in der freien Natur ab. Dabei erstrecken sich die schönsten Landschaften hinter den Dargestellten, mit feinen oder knorrigen BĂ€umen, saftig grĂŒnem Gras und verblauenden HĂŒgeln. Die detaillierte und kreative Gestaltung der einzelnen Szenen begeistert wie die Betrachtung großformatiger TafelgemĂ€lde. Simon Bening vereint die Merkmale der flĂ€mischen Kunst des 16. Jahrhunderts in seinen beeindruckenden Miniaturen fĂŒr das Retabel der Johanna von Kastilien.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Retabel von Simon Bening
Altarpiece of Joan the Mad
Retablo de Juana la Loca
Retablo de Simon Bening
Retabel Johannas der Wahnsinnigen
Retable de Jeanne la Folle
Retablo di Giovanna la Pazza
RetĂĄbulo de Joana a Louca
Umfang / Format
9 BlĂ€tter / 41,0 × 34,0 cm
Herkunft
Belgien
Datum
16. Jahrhundert
KĂŒnstler / Schule
Vorbesitzer
Johanna die Wahnsinnige

VerfĂŒgbare Faksimile-Editionen:
Retabel Johannas der Wahnsinnigen – Patrimonio Ediciones – British Museum (London, Vereinigtes Königreich) / Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien) / Metropolitan Museum of Art (New York, USA) / andere
Patrimonio Ediciones – Valencia, 2004
Limitierung: 999 Exemplare
Detailbild

Retabel Johannas der Wahnsinnigen

Die Jungfrau Maria und die heilige Anna

Unmittelbar nach der VerkĂŒndigung zeigt diese Szene die Jungfrau Maria, wie sie ihrer Mutter, der heiligen Anna, die wundersame Nachricht mitteilt. Sie ist vor einem schönen Hintergrund mit einem Schloss am See und einer WindmĂŒhle auf einem entfernten HĂŒgel sowie einem kleinen Hund im Vordergrund dargestellt, was fĂŒr ein so kleinformatiges GemĂ€lde eine erstaunliche Detailgenauigkeit darstellt. Beide Figuren sind in ihren charakteristischen Farben gekleidet - blau fĂŒr Maria und rot fĂŒr Anna, die vor ihrer Tochter kniet und ihren Bauch berĂŒhrt.

Retabel Johannas der Wahnsinnigen – Patrimonio Ediciones – British Museum (London, Vereinigtes Königreich) / Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien) / Metropolitan Museum of Art (New York, USA) / andere
Einzelseite

Retabel Johannas der Wahnsinnigen

Krönung der Jungfrau

Die letzte Miniatur auf diesem Altarbild zeigt die Jungfrau Maria, die mit zum Gebet gefalteten HĂ€nden kniet, wĂ€hrend sie zur Himmelskönigin gekrönt wird. Gottvater und Gottessohn, die beide die Krone tragen, sind fast identisch dargestellt, wobei ersterer durch seinen globus cruciger und letzterer durch die Wunden der Passion erkenntlich ist. Die weiße Taube, die den Heiligen Geist reprĂ€sentiert, erscheint zwischen ihnen in einem goldenen Strahlenkranz, der die Heilige Dreifaltigkeit darstellt.

Diese vier Figuren bilden eine Raute in der Mitte dieser unglaublich detaillierten und symmetrischen Miniatur, die dank Benings großzĂŒgiger Verwendung von Gold geradezu leuchtet. Neben den vier Engeln, die zu ihren FĂŒĂŸen anbeten, erscheint ein himmlischer Chor in dem hellblauen Wolkenkranz ĂŒber ihnen.

Retabel Johannas der Wahnsinnigen – Patrimonio Ediciones – British Museum (London, Vereinigtes Königreich) / Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien) / Metropolitan Museum of Art (New York, USA) / andere
Faksimile-Editionen

#1 Retablo de Juana la Loca

Patrimonio Ediciones – Valencia, 2004

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Patrimonio Ediciones – Valencia, 2004
Limitierung: 999 Exemplare
Einband: Die Gouachen in ein geschmackvolles Retabel aus alt wirkendem, mit Blattgold versehenem Holz gefĂŒgt
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprĂŒnglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfĂŒgbar
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
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