Graduale von St. Katharinenthal

LM 26117 - Schweizerisches Landesmuseum (Zürich, Schweiz)
Museum des Kantons Thurgau, Frauenfeld

Alternativ-Titel:

Gradual of St. Katharinenthal

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Gradual of St. Katharinenthal

Art
Umfang / Format

628 Seiten / 48.0 x 35.0 cm

Herkunft
Datum
1312
Stil
Genre
Sprache
Buchschmuck

71 zart bemalten Miniaturen, reich an Golddekoration, sowie 13 kunstvolle Initialen

Vorbesitzer

Sir Charles Dyson Perrins

Kurzbeschreibung

Das Graduale von St. Katharinenthal ist eine Sammlung von Kirchengesängen, die in den Gottesdiensten des 14. Jahrhunderts vom gregorianischen Chor vorgetragen wurden. Die Notenblätter sind verziert mit farbenfrohen Bildern, hinterlegt von feinstem Blattgold und machen des Werk zu einer Spitzenleistung gotischer Buchkunst.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Graduale von St. Katharinenthal

Eines der hervorragendsten Zeugnisse mittelalterlicher Liturgie stammt aus dem Kloster St. Katharinenthal in der Schweiz. Es handelt sich um das Graduale, das von den begabtesten Schreibern und Buchmalern des Klosters verfasst wurde. Ein Graduale ist eine Sammlung aller lateinischer Kirchengesänge, die im 14. Jahrhundert in den feierlichen Liturgien nach dem Kirchenkalender des Dominikanerordens vom gregorianischen Chor vorgetragen wurden. Das Werk, welches ein sehr großes Format von 48 cm auf 35 cm hat, enthält 628 Seiten mit Notenblättern und lateinischen Liedtexten. Die ungewöhnliche Größe lässt sich dadurch erklären, dass die Seiten für alle Sänger des Chors, auch für weit entfernt Stehende, gut lesbar sein mussten. Das Werk eröffnet mit zwei Seiten, die kalendarische Angaben enthalten. Die folgenden Seiten enthalten Noten im gregorianischen Vierliniensystem, die je neun Text- und neun Notenzeilen umfassen. Der herausragend wertvolle Bilderschmuck des Buches besteht aus 71 aufwendig gestalteten Miniaturen mit Goldverzierung, 13 prächtigen Schmuckinitialen und zahlreichen feinen Kalligraphien.

Ein Meisterwerk der Geistlichkeit

Die Herkunft aus dem Kloster St. Katharinenthal und die Entstehungszeit des Graduale, nämlich in etwa das Jahr 1312, sind auf der Innenseite des Vordeckels handschriftlich festgehalten. Mindestens sechs Künstler waren an der Erschaffung des Werkes beteiligt, Namen lassen sich hier jedoch nicht feststellen. Die Raffinesse der Textgestaltung und die technische Perfektion der Malereien lassen auf zwei unfassbar talentierte Hauptmeister schließen, die mit Unterstützung ihrer nicht minder talentierten Klosterbrüder ein Werk geschaffen haben, das eine Spitzenleistung und die wohl größte Errungenschaft der gotischen Buchkunst aus dem Bodenseeraum darstellt.

Ein weltweit begehrter Buchschatz

Nach seiner Fertigstellung befand sich das Graduale bis ins 19. Jahrhundert im Kloster, wo es vom Mönchschor in den Messen benutzt wurde. Auf unbekannten Wegen gelangte es etwa um 1820 in den Besitz eines Schweizer Antisquars, der das Prachtstück in seinem Museum ausstellte und die beiden aufwendigsten und wertvollsten Miniaturseiten aus dem Werk heraustrennte. Die beiden Seiten existieren heute noch, sie sind jedoch in mehrere Teile zerlegt worden und befinden sich im Besitz verschiedenster Institutionen und Privatpersonen. Im Jahr 1958 taucht das Graduale im Nachlass des Kunstsammlers Sir Charles Dyson Perrins in England auf, welcher versteigert wurde. Der Schweizer Bundesrat erwarb das Werk in dieser Versteigerung zurück, was nur durch finanzielle Hilfeleistungen der Gottfried-Keller-Stiftung und des Kantons Thurgau ermöglicht wurde.
Seit dem 9. Dezember 1985 befindet sich der Buchschatz wieder in der Schweiz.

Künstlerische Meisterleistungen

Das unschätzbar wertvolle Graduale erlangte besondere Berühmtheit durch seinen Bilderreichtum. Die 71 Miniaturen sind ausgesprochen fein und in strahlenden Farben gezeichnet. Beinahe jedes der Bilder wurde reich mit Blattgold ausgestattet, dies zeugt vom vornehmen Charakter des Werkes. Bei der Komposition der Malereien haben sich die Künstler auf das formal wesentliche besonnen, wichtige biblische Ereignisse sind in gelassener Klarheit dargestellt. Die monumentalen Initialen und die unzählbaren kalligraphischen Elemente sind die künstlerischen Markenzeichen der Meister. Insgesamt handelt es sich beim Graduale von St. Katharinenthal um eine Meisterleistung der europäischen Gothik.

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