Retabel Johannas der Wahnsinnigen

British Museum (London, Großbritannien)
Real Biblioteca del Monasterio (San Lorenzo de El Escorial, Spanien)
Metropolitan Museum of Art (New York, USA)

Alternativ-Titel:

Retabel von Simon Bening, Altarpiece of Joan the Mad, Retablo de Juana la Loca, Retablo de Simon Bening, Retabel Johannas der Wahnsinnigen, Retable de Jeanne la Folle, Retablo di Giovanna la Pazza, Retábulo de Joana a Louca

Faksimile-Ausgabe
Unser Preis
Frage / Bestellen
Kontakt

T: +49 (0)941.586 123 60

F: +49 (0)941.586 123 61

Bitte einloggen!
Auf die Vergleichsliste
Bitte einloggen!
Hinzufügen zur Wunschliste
Bitte einloggen!
Hinzufügen zur Bestandsliste

Kodiologie

Alternativ-Titel

Retabel von Simon Bening
Altarpiece of Joan the Mad
Retablo de Juana la Loca
Retablo de Simon Bening
Retabel Johannas der Wahnsinnigen
Retable de Jeanne la Folle
Retablo di Giovanna la Pazza
Retábulo de Joana a Louca

Art
Umfang / Format

9 einzelne Blätter in Holz grahmt / 41.0 x 34.0 cm

Herkunft
Datum
16. Jahrhundert
Stil
Genre
Künstler / Schule

Simon Bening

Vorbesitzer

Johanna die Wahnsinnige

Kurzbeschreibung

Dieses Werk in außergewöhnlicher Form bietet eine völlig neue Art, die Kunst der Buchmalerei des großen Simon Bening zu erleben. Für eine bedeutende königliche Auftraggeberin, Johanna I. von Kastilien, fertigte er diese neun einzelnen Pergamentblätter, die in einem wunderschönen Holzrahmen zu einem Retabel zusammengefasst sind. Sie zeigen Szenen zum Leben Christi, von der Verkündigung über die Geburt bis zur Kreuzigung. In feinster Malerei und leuchtenden Farben ausgeführt, zählen die Miniaturen zum Besten, was die flämische Malerei des 16. Jahrhunderts hervorgebracht hat.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Retabel Johannas der Wahnsinnigen

Dieses Werk in außergewöhnlicher Form bietet eine völlig neue Art, die Kunst der Buchmalerei des großen Simon Bening zu erleben. Für eine bedeutende königliche Auftraggeberin, Johanna I. von Kastilien, fertigte er diese neun einzelnen Pergamentblätter, die in einem wunderschönen Holzrahmen zu einem Retabel zusammengefasst sind. Sie zeigen Szenen zum Leben Christi, von der Verkündigung über die Geburt bis zur Kreuzigung. In feinster Malerei und leuchtenden Farben ausgeführt, zählen die Miniaturen zum Besten, was die flämische Malerei des 16. Jahrhunderts hervorgebracht hat.

Ein schicksalhaftes Leben

Die Miniaturen des Retabels sind mit dem Namen Johannas von Kastilien verbunden, deren schicksalhaftes Leben noch heute tief berührt. Johanna I. von Kastilien (1479-1555), mit dem Beinahmen „die Wahnsinnige“ bezeichnet, regierte als Königin von Kastilien ein riesiges Reich, das sich von Neapel-Sizilien und ganz Spanien bis zum erst kurz zuvor entdeckten Westindien (Süd- und Mittelamerika) erstreckte. Sie war mit Philipp dem Schönen von Österreich verheiratet, dem Sohn Kaiser Maximilians I. Durch diese Heirat verbanden sich Österreich und Spanien zu einem mächtigen Habsburger-Reich. Johannas Name ist mit allen wichtigen Figuren ihrer Zeit verbunden. So war ihr Bruder Don Juan mit der Schwester Philipps, Margarete von Österreich, verheiratet, Johannas Sohn sollte als Kaiser Karl V. ein Weltreich regieren. Ihren Beinamen erhielt sie wohl aufgrund ihres hitzigen Temperamentes und ihrer Eifersucht, die die Königin in einer Nervenkrankheit enden ließen. Ihr Leben beschloss sie nach über vierzigjähriger Gefangenschaft im Schloß Tordesillas bei Valladolid.

Außergewöhnliche Malerei in einem ungewöhnlichen Rahmen

Die wundervollen Gouachen auf Pergament befinden sich nicht als Illustrationen in einer Handschrift, sondern sind in einen mit Blattgold verzierten Holzrahmen eingelassen. Auf diese Weise entsteht ein kunstvolles kleines Retabel. Als Retabel wird ein mit Gemälden oder Skulpturen geschmückter Altaraufsatz bezeichnet. Die künstlerischen Darstellungen eines Retabels haben demzufolge biblische oder allgemein sakrale Erzählungen zum Thema. Diesem Prinzip folgt auch das Retabel Johannas der Wahnsinnigen. Simon Benings Miniaturen zum Leben Christi bieten die Möglichkeit, sich das biblische Geschehen eindrücklich vor Augen zu führen.

Vom besten Buchmaler seiner Zeit

Der flämische Maler der Miniaturen, Simon Bening, war der erfolgreichste und berühmteste Miniaturist seiner Zeit und einer der bedeutendsten Vertreter seiner Faches überhaupt. Im 16. Jahrhundert fertigte er Werke für viele große Namen, für königliche Auftraggeber wie Karl V. und für Kunden aus den oberen Gesellschaftsschichten, deren Namen noch heute ein Begriff sind, z. B. für Kardinal Albrecht von Brandenburg. Der unumstrittene Meister der Buchkunst des 16. Jahrhunderts in Europa fertigte vor allem kostbare Stundenbücheraber, aber auch Genealogische Tafeln, beispielsweise für die Königshäuser von Portugal und Spanien, oder kleine tragbare Altarbilder auf Pergament.

Eine außergewöhnliche Form

Das Retabel für Johanna von Kastilien versammelt in einem Rahmen mit den Maßen 34 x 41 cm neun wunderbar feine und eindringliche Darstellungen zum Leben Christi. Beginnend mit der Verkündigungsszene wird die Heimsuchung Mariens und die Geburt Christi dargestellt. Darauf folgen das Gebet am Ölberg mit den schlafenden Jüngern, die Geißelung Christi und die Kreuztragung. Im unteren Register der Tafel werden eine Kreuzigungsgruppe, die Auferstehung und die Marienkrönung vor Augen geführt.
Simon Bening gelingt es, die biblischen Erzählungen spannend zu gestalten. So wird die Verkündigungsszene in einen mit Säulen gestalteten Innenraum verlegt, der gekonnt perspektivisch abgebildet wird. Der himmlische Engel mit wundervollen goldenen Flügeln überrascht die betende Maria mit seinem plötzlichen Auftauchen. Überstrahlt wird die Szene vom Heiligen Geist in Form einer Taube.
Neben solchen architektonischen Hintergründen spielen sich einige der Szenen in der freien Natur ab. Dabei erstrecken sich die schönsten Landschaften hinter den Dargestellten, mit feinen oder knorrigen Bäumen, saftig grünem Gras und verblauenden Hügeln. Die detaillierte und kreative Gestaltung der einzelnen Szenen begeistert wie die Betrachtung großformatiger Tafelgemälde. Simon Bening vereint die Merkmale der flämischen Kunst des 16. Jahrhunderts in seinen beeindruckenden Miniaturen für das Retabel der Johanna von Kastilien.

Schnellsuche
Verlag
Alle Kriterien zeigen