Gebetbuch Philipps II.

Gebetbuch Philipps II.

Königliches Kloster von El Escorial, San Lorenzo of El Escorial (Spanien) — 1568–1580

Mit formatfüllenden, prächtigen Miniaturen, inspiriert vom italienischen Renaissancemeister Giulio Clovio: Ein Meisterwerk der spanischen Buchmalerei des 16. Jahrhunderts, geschaffen für König Philipp II.

  1. Giulio Clovio (1498–1578) gilt als der größte Buchmaler der italienischen Hochrenaissance

  2. Die spanischen Mönche Andrés de León und Julián de Fuente el Saz orientierten sich bei ihren Miniaturen an Clovios Werk

  3. König Philipp II. von Spanien (1527–1598) gab das Gebetbuch für seinen persönlichen Gebrauch in Auftrag

Gebetbuch Philipps II.

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Beschreibung
Gebetbuch Philipps II.

Das Gebetbuch von König Philipp II. besticht durch wunderbare, stilvolle Miniaturen, die künstlerisch perfekt ausgeführt sind, sowie durch die reiche, kreative Gestaltung der Text- und Bildseiten. Philipp II., der bedeutende spanische König und Erbauer des königlichen Klosters San Lorenzo de El Escorial, gab das Gebetbuch in Auftrag. Zwei spanische Mönche - Andrés de León und Julián de Fuente el Saz - orientierten sich bei der Schaffung dieses Meisterwerks am Stil italienischer Vorbilder wie Giulio Clovio. Die religiösen Darstellungen und ornamentalen Bordüren vereinen im Gebetbuch Philipps II. leuchtende Farben und edles Gold mit fantastischer Buchmalerei und machen es zu einem der Glanzstücke der Klosterbibliothek von El Escorial.

Gebetbuch Philipps II.

Im 16. Jahrhundert erlebten Handschriften ihre letzte und schönste Blütezeit, während gleichzeitig der Buchdruck in ganz Europa allgegenwärtig wurde. Die ranghöchsten Mitglieder des europäischen Adels bevorzugten immer noch handgefertigte Codices vor gedruckten Büchern, und so entstanden in dieser Zeit einige echte Meisterwerke der Buchmalerei. Das Gebetsbuch Philipps II. wurde im Auftrag des berühmten spanischen Königs und Kunstmäzens von einer Gruppe spanischer Künstler geschaffen, die sich von der Raffinesse und Kreativität Giulio Cluvios (1498-1578) inspirieren ließen. Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert: der erste enthält einen religiösen Kalender mit Spalten für den Numerus Aureus, den Sonntagsbrief, den Römischen Kalender und einen Heiligenkalender; der zweite umfasst Sequuntur Capitula et orationes posite in psalterio, gefolgt von den liturgischen Gebeten, die in der königlichen Kapelle zu sprechen sind; der dritte enthält eine prächtige Miniatur des Heiligen Begräbnisses, gefolgt von Gebet für die verstorbenen Verwandten von König Philipp II.

Der königliche Patron

In den Jahren 1563-1585 ließ König Philipp II. (1527-1598) auf einem Hügel inmitten einer weiten, kargen Landschaft unweit von Madrid ein königliches Kloster von unglaublichem Ausmaß errichten. Der Klosterkomplex San Lorenzo de El Escorial gehört bis heute zu den beeindruckendsten Bauwerken des 16. Jahrhunderts in Spanien. Auch die bedeutende Bibliothek mit dem großen Saal unter einem Tonnengewölbe, der mit wunderschönen Fresken geschmückt ist, gehört zu den von Philipp II. geschaffenen Monumenten. Seit der Zeit Philipps II. wurden in der Bibliothek zahlreiche Manuskripte aufbewahrt, darunter einige wahre Schätze der Buchmalerei.

Ein spanisches Kunstwerk im italienischen Stil

Das Gebetbuch Philipps II. weist nicht nur 19 ganzseitige Miniaturen auf. Alle 324 Seiten der königlichen Handschrift sind zudem opulent mit dekorativen Ornamenten gestaltet und mit vergoldeten Initialen versehen. Das Gebetbuch mit dem ungewöhnlich großen Format von 33,5 x 23 cm bietet auf den ersten Blick einen unglaublich farbigen Eindruck. Die Hieronymiten Andrés de León und Julián de la Fuenta el Saz waren die Künstler der Handschrift; ihre Miniaturen, Rahmen und Initialen erinnern in ihrer Perfektion an die fantastische Kunst von Giulio Clovio.

Luftige Miniaturen neben ornamentalen Bordüren

Die biblischen Szenen der Miniaturen spielen sich über und vor luftigen grünen Landschaften und streng perspektivisch gestalteten Innenräumen ab. Die Figuren in bunten, kunstvoll drapierten Gewändern sind äußerst lebendig und liebevoll individualisiert. Die großformatigen Miniaturen sind von breiten Bordüren umgeben, die auch einige Textseiten zieren. Pralle Früchte und edle Blüten wechseln sich im Dekor mit verspielten Putten und anderen Ornamenten ab. Einige Seiten sind zurückhaltend und doch erhaben mittels einfarbiger Rahmen und verblüffender Goldornamente gestaltet, in die wunderschöne Medaillons mit monochromen Heiligendarstellungen eingebettet sind. Auch die Initialen des Textes sind im Einklang mit der gesamten künstlerischen Gestaltung mit Gold versehen. Das Gebetbuch Philipps II. stellt ein herausragendes Zeugnis der spanischen Buchmalerei des 16. Jahrhunderts dar und ist mit seinem künstlerischen Dekor von höchster Qualität eines königlichen Besitzers würdig.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Capitulario de Felipe II
Umfang / Format
324 Seiten / 33,5 x 24,0 cm
Herkunft
Spanien
Datum
1568–1580
Sprache
Schrift
Humanistische Rotunda
Buchschmuck
19 ganzseitige Miniaturen und zahlreiche Ornamentseiten im Stil der Renaissance mit Zierinitialen
Inhalt
Religiöser Kalender, Gebete für die Messe in der königlichen Kapelle, Gebete für die verstorbenen Verwandten von Philipp II.
Auftraggeber
Philipp II., König von Spanien (1527–1598)
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Capitulario de Felipe II
Testimonio Compañía Editorial – Madrid, 1996
Limitierung: 980 Exemplare
Detailbild

Gebetbuch Philipps II.

Die Heilige Dreifaltigkeit

Diese wundervoll detaillierte und kunstvoll ausgeführte Medaillonminiatur, die einer Textseite vorangestellt ist, zeigt die Heilige Dreifaltigkeit. Gott Vater sitzt auf der rechten Seite, trägt eine Krone, hält einen globus cruciger, also einen kreuzbekrönten Reichsapfel, und macht den Segensgestus. Auf der linken Seite sitzt Christus, der mit einer Hand das Kreuz hält und mit der anderen seine Seitenwunde streift. Eine weiße Taube, die den Heiligen Geist repräsentiert, schwebt über ihnen, als würde sie gleich vom Blatt abheben.

Capitulario de Felipe II
Einzelseite

Gebetbuch Philipps II.

Das Fest der Heiligen Petrus und Paulus

Zwei der wichtigsten Figuren der frühen Kirche sind vor einer symmetrischen klassischen Architektur mit kannelierten Säulen und goldenen Kapitellen dargestellt, zwischen denen blühende Girlanden hängen. Die symmetrische, dreiteilige Anordnung der Miniatur zeigt jede Figur vor zwei Säulen und zwischen drei Nischen stehend. Ihr gemeinsames Fest wird am 29. Juni begangen.

Petrus, der die Schlüssel zum Himmelreich in der Hand hält, nimmt in der hierarchischen Ordnung die erste Position ein und steht links, was vom Altar aus gesehen rechts wäre. Paulus hält das Schwert seines Martyriums in der Hand, und im Gegensatz zu Petrus, der den Betrachter frontal anblickt, ist sein Gesicht im Profil dargestellt. Beide Männer haben lockiges Haar, buschige Bärte und goldene Heiligenscheine.

Capitulario de Felipe II
Faksimile-Editionen

#1 Capitulario de Felipe II

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Testimonio Compañía Editorial – Madrid, 1996
Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Handgenäht und gebunden in rotem Samt, dem Original entsprechend mit silberfarbenen Beschlägen
Kommentar: 1 Band von Juan José Martín González von José Manuel Ruiz Asencio
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€€€ (3.000€ - 7.000€)
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