Stundenbuch der Ippolita d’Aragona

Stundenbuch der Ippolita Maria Sforza – CM Editores – Ms. 66 – Biblioteca de la Abadía de Montserrat (Montserrat, Spanien)

Paris (Frankreich) — ca. 1495–1504

Für die private Andacht der Gräfin von Venafro und zugleich eine nahezu vollständige Enzyklopädie: Unzählige Pflanzen- und Tierbilder neben biblischen Szenen in einem kostbaren Buchschatz des großen Jean Bourdichon

  1. Jean Bourdichon (1457/59–1521), einer der bedeutendsten Künstler der frühen französischen Renaissance, schuf dieses Juwel

  2. Das künstlerisch anspruchsvolle Stundenbuch war im Besitz der Ippolita d’Aragona (1468–1529), Gräfin von Venafro

  3. Es ist so reich mit Pflanzen und Tieren geschmückt, dass es leicht sogar an ein vollständiges Bestiarium heranreicht

Stundenbuch der Ippolita d’Aragona

Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (3)
Beschreibung
Stundenbuch der Ippolita d’Aragona

Ein Stundenbuch ist ein Gebets- und Andachtsbuch für das Stundengebet des Laien. Im Spätmittelalter nutze sie vor allem der reiche und lesekundige Adel. Ein hervorragendes Exemplar wurde wohl zwischen 1495 und 1504 in der französischen Stadt Tours von Jean Bourdichon geschaffen. Fast auf jeder der 300 Seiten findet der Betrachter voll- oder halbseitige Miniaturen, historisierte Initialen und dekorative Bordüren. Ganz besonders ist zudem der Reichtum an Pflanzen und Tieren, der dem eines kompletten Bestiariums gleicht. Für wen dieses Kleinod einstmals kreiert wurde, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Es kam aber nur wenige Jahre nach seiner Entstehung in den Besitz von Ippolita d’Aragona (1468–1529), Gräfin von Venafro und Ehefrau Carlo Pandones. Sie ließ die Handschrift durch weitere kleinere Illuminationen und Inschriften für sich individuell ergänzen.

Das Stundenbuch der Ippolita d’Aragona

Verantwortlich für den farbintensiven Buchschmuck ist der um 1457 in Tours geborene Jean Bourdichon. Als einer der bedeutendsten Künstler der Frührenaissance arbeitete er für die französischen Könige Ludwig XI., Karl VIII. und für Ludwig XII. Da leider nur sehr wenige Werke von ihm erhalten sind, stellt das Stundenbuch der Ippolita Maria Sforza eine echte Rarität dar. Der elegante Stil des Illuminators zeichnet sich durch seine feine Malweise aus. Er wiederholt kurze Pinselstriche wieder und wieder. Es gelingt ihm so Plastizität zu schaffen und die Stofflichkeit der verschiedenen Materialien zu beschreiben. Gewänder wirken so weich und fließend, während die metallischen Rüstungen eisern glänzen.

Atmosphärische Landschaften

Zu dem üblicherweise verwendeten Goldgrund kommt bei Bourdichon eine beeindruckende Landschaftsdarstellung. Obwohl sie nur als Hintergrund dient, widmet der Künstler ihr große Aufmerksamkeit. Detailliert gibt er kleine Fischerboote auf dem ruhigen Meer wider. An der hügeligen Küste lassen sich Burgen und sogar kleine Städte erkennen. All dies ist ein bläuliches Abendlicht gehüllt. In der Miniatur des Judaskusses ergänzt Bourdichon den klaren Nachthimmel sogar mit vereinzelten Sternen.

Reiche Tier- und Pflanzenwelt

Hunderte Pflanzen und Tierdarstellungen begleiten die Hauptfiguren nicht nur in den ausgesprochen schönen Bordüren sondern auch in den Miniaturen selbst. So erscheint der Evangelist Johannes in Begleitung eines prächtigen Adlers. Mit geöffnetem Schnabel und aufgestelltem Gefieder sitzt er links von Johannes. Insgesamt ist die Artenvielfalt der dargestellten Tiere so groß, dass das Stundenbuch in diesem Punkt einem kompletten mittelalterlichen Bestiarium ähnelt. Hierbei handelt es sich um eine Tierdichtung, die moralisierend Eigenschaften von Tieren allegorisch mit der christlichen Heilslehre verbindet.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Hours of Hippolyta of Aragon
Libro d'ore di Ippolita d'Aragona
Grandes Horas de Montserrat
Book of Hours of Ippolita d’Aragona
Umfang / Format
300 Seiten / 19,5 × 13,0 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
ca. 1495–1504
Sprache
Schrift
Gotische Textualis
Buchschmuck
Fast alle der 300 Seiten des Manuskripts sind mit voll- oder halbseitigen Miniaturen, historisierten Initialen und dekorativen Bordüren mit hunderten Pflanzen und praktisch einem kompletten mittelalterlichen Bestiarium ausgestattet.
Inhalt
Stundengebete
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Verbindung zu Ippolita Sforza nicht sicher geklärt (1468–1529)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Detailbild

Stundenbuch der Ippolita d’Aragona

Pilatus wäscht seine Hände in Unschuld

Dies ist ein exemplarisches Exemplar französischer Buchmalerei der Renaissance: Christus wird aus mehreren Wunden blutend und mit Dornen gekrönt dargestellt, als einer der Wächter auf ihn zeigt. Helme und Speere weisen auf eine Schar von Soldaten hinter ihnen hin. "Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache!" (Mt 27,24)

Stundenbuch der Ippolita Maria Sforza – CM Editores – Ms. 66 – Biblioteca de la Abadía de Montserrat (Montserrat, Spanien)
Einzelseite

Stundenbuch der Ippolita d’Aragona

Porträt von Johannes dem Evangelisten

Jean Bourdichon (1457–1521) schuf einige der prächtigsten Porträts der Evangelisten, darunter diese Miniatur des heiligen Johannes. Er wird hier als bartloser Jüngling mit rosigen Wangen und langen Haaren dargestellt – solche feminisierten Darstellungen sollten möglicherweise Frauen den Zugang zu seinem Werk erleichtern, insbesondere in Werken, in denen die Auftraggeber weiblich waren.

Johannes wird von seinem Symbol, dem Adler, begleitet und in lila Tunika mit rotem Umhang dargestellt, wobei das zurückhaltend aufgetragende Blattgold elegante Akzente setzt. Von oben erhält Johannes durch Strahlen göttliche Inspiration. Der Hintergrund besteht aus dem See Genezareth. Ein illusionärer Goldrahmen verleiht der Miniatur den Anschein eines großflächigen Gemäldes.

Stundenbuch der Ippolita Maria Sforza – CM Editores – Ms. 66 – Biblioteca de la Abadía de Montserrat (Montserrat, Spanien)
Faksimile-Editionen

#1 Libro de horas de Hipolita de Aragon y Sforza (Grandes Horas de Montserrat)

CM Editores – Salamanca, 2014
Stundenbuch der Ippolita Maria Sforza – CM Editores – Ms. 66 – Biblioteca de la Abadía de Montserrat (Montserrat, Spanien)
Stundenbuch der Ippolita Maria Sforza – CM Editores – Ms. 66 – Biblioteca de la Abadía de Montserrat (Montserrat, Spanien) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: CM Editores – Salamanca, 2014
Einband: Der Einband wurde dem der Originalhandschrift nachempfunden: Prachteinband auf schwarzem Seidensamt. Die Buchdeckel sind mit vergoldeten Metallplatten mit beschlagen. Der Buchblock wurde händisch mit Hanfschnur auf echte Bünde geheftet. Die Goldprägung bildet das rissige Erscheinungsbild des Originals nach.
Kommentar: 1 Band
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Illuminiert wurde der Codex von Jean Bourdichon, der für vier französische Könige Kunstwerke schuf. Er nutzte das kreative Bildprogramm verschiedene Maltechniken. Dieser Faksimileband ist Teil der dreibändigen "Triptico de Montserrat" (Montserrat Triptychon).
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Preiskategorie: €€
(1.000€ - 3.000€)

#2 Triptico de Montserrat (Bibliotheksausgabe)

CM Editores – Salamanca, 2014

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: CM Editores – Salamanca, 2014
Einband: Die Einbände wurden denen der Originalhandschriften nachempfunden: Prachteinbände auf schwarzem, rotem und blauem Seidensamt. Die Buchdeckel sind mit vergoldeten Metallplatten mit beschlagen. Bibliotheksausgabe.
Kommentar: 1 Band von Fernando S. Villaseñor
Sprache: Spanisch
Faksimile: 3 Bände Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Illuminiert wurde der Codex von Jean Bourdichon, der für vier französische Könige Kunstwerke schuf. Er nutzte das kreative Bildprogramm verschiedene Maltechniken. Dieser Faksimileband ist Teil der dreibändigen "Triptico de Montserrat" (Montserrat Triptychon).
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(3.000€ - 7.000€)

#3 Triptico de Montserrat (Vorzugsausgabe)

CM Editores – Salamanca, 2014

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: CM Editores – Salamanca, 2014
Einband: Die Einbände wurden denen der Originalhandschriften nachempfunden: Prachteinbände auf schwarzem, rotem und blauem Seidensamt. Die Buchdeckel sind mit vergoldeten Metallplatten mit beschlagen. Die Faksimiles kommen in einer hochwertigen Ulmenholz Schmuckkassette.
Kommentar: 1 Band von Fernando S. Villaseñor
Sprache: Spanisch
Faksimile: 3 Bände Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Illuminiert wurde der Codex von Jean Bourdichon, der für vier französische Könige Kunstwerke schuf. Er nutzte das kreative Bildprogramm verschiedene Maltechniken. Dieser Faksimileband ist Teil der dreibändigen "Triptico de Montserrat" (Montserrat Triptychon).
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Preiskategorie: €€€€
(7.000€ - 10.000€)
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