Corpus-Christi-Apokalypse

MS 20 - Parker Library, Corpus Christi College (Cambridge, Großbritannien)

Alternativ-Titel:

Corpus Apocalypse, Parker Library MS 20, L'Apocalypse de Cambridge

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Corpus Apocalypse
Parker Library MS 20
L'Apocalypse de Cambridge

Art
Umfang / Format

144 Seiten / 37.0 x 26.0 cm

Herkunft
Datum
1340-1350
Stil
Genre
Sprache
Auftraggeber

Heinrich oder John de Cobham, Lords in Kent

Künstler / Schule

Ein oder zwei londoner Meister

Buchschmuck

121 großformatigen, reich verzierten Miniaturen, 280 blau-rote Initialen und 59 Goldinitialen

Vorbesitzer

Juliana de Leybourn
Abtei St. Augustinus (Canterbury)
Matthew Parker (Erzbischof von Canterbury)

Kurzbeschreibung

Die Corpus-Christi-Apokalypse ist ein Codex, der im England des 14. Jahrhunderts, genauer gesagt zwischen 1340 und 1350 entstand. Das Werk zeigt die Offenbarungen der Apostel Johannes und Paulus in einer noch nie zuvor gesehenen Fülle an Bildern mit Gold- und Silbereinsatz. Zusätzlich beinhaltet es die englische Krönungsordnung von 1308 und ist in lateinischer und anglonormannischer Sprache gehalten. Die zweisprachigen Verse sind eine Besonderheit in der englischen Buchkunst jener Zeit und machen das Werk über die englischen Grenzen hinweg populär.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Die Corpus-Christi-Apokalypse

Das letzte Buch des Neuen Testaments, nämlich die Offenbarung des Johannes, wird allgemein als „Apokalypse“ bezeichnet. Die Offenbarung enthält Visionen vom Tag des jüngsten Gerichts, dem Ende der Welt und dem sich anschließenden Anbruch des Reiches Gottes. Dieser sehr bildhafte und symbolträchtige Bibeltext hatte starken Einfluss auf die gesamte Kultur des Abendlandes. Die Corpus-Christi-Apokalypse ist die bildreichste und künstlerisch wertvollste Edition dieses Textes. Sie entstand zwischen 1340 und 1350 und enthält neben der Johannesoffenbarung auch die Apokalypse des Paulus, sowie eine Abschrift der englischen Krönungsordnung. Insgesamt sind die 144 Textseiten bebildert mit 121 großflächigen Miniaturen auf goldenem und silbernem Grund, mit 280 blauen Initialen in feuerroten Pflanzenranken und 59 hochkarätigen Goldinitialen.

Im Auftrag einer ehrwürdigen Familie

Die Prachthandschrift entstand im Auftrag der Familie Cobham. Die Lords of Cobham waren Großgrundbesitzer im südöstlichen England und Würdenträger am englischen Hof. Lord Henry Cobham, Oberrichter der Schatzkammer von Westminster, hatte an der Königskrönung Edwards II. im Jahr 1308 teilgenommen. Sein Sohn John, der wohl den Auftrag für den Codex gab, war ebenfalls bei einer Krönung anwesend, nämlich bei der König Edwards III. im Jahr 1327. Die Krönungsordnung im Codex war daher eine ganz persönliche Erinnerung an die Würde und Hochachtung, die die Familie mit der Teilnahme an diesen Festakten erfuhr. Die Meister, die das Werk erschufen, sind nicht namentlich bekannt. Allerdings scheuten sie ganz gewiss keine Kosten und Mühen bei der Ausstattung dieses wertvollen Schmuckstückes.

Eine erlebnisreiche Geschichte

Die Corpus-Christi-Apokalypse gelangte nach dem Tode ihrer Auftraggeber in den Besitz der englischen Adligen Juliana de Leybourn. Nach ihrem Tod 1337 hinterließ sie die Handschrift der Benediktinerabtei St Augustine´s in Canterbury, welche in den aufrührerischen Zeiten der Reformation aufgelöst wurde. Dem Bücherliebhaber Mathew Parker gelang es, Hunderte von Codices aus der Abtei zu retten, darunter auch den Text der Apokalypse. Parker, der als Direktor des Corpus-Christi-Colleges in Cambridge tätig war, wurde 1559 zum Erzbischof von Canterbury und somit Oberhaupt der englischen Kirche durch Elizabeth I. ernannt. Er hinterließ seinem ehemaligen College seine riesige Handschriftensammlung, unter der sich auch die Apokalypse befand. Noch heute befindet sich der Codex in Cambridge und ist eines der ältesten und kostbarsten und Werke der Parker-Bibliothek.

Einzigartiger Bilderreichtum

Es gibt keine weitere Handschrift der Johannesoffenbarung, die eine ähnliche Fülle an Miniaturen aufweist. Ein oder möglicherweise zwei begabte Meister statteten das Werk mit prächtigen und künstlerisch unfassbar aufwendigen Bildern aus. Die Miniaturen sind in leuchtenden Farben auf schimmernden Goldgrund gemalt, der mithilfe feinster Werkzeuge mit Mustern versehen wurde. Es finden sich auch zahlreiche Silberelemente in den Miniaturen wieder. Erstmals wurde auch die Paulusapokalypse mit einem eindrucksvollen Bilderzyklus visuell ausgestaltet. Der Text der Krönungsordnung wird von einer ganzseitigen, feierlichen Miniatur eingeleitet.

Eine ungewöhnliche Textkombination

Die Corpus-Christi-Apokalypse besteht aus drei Textkörpern, einmal der Offenbarung des Johannes, darauf folgt die Endzeitvision des Paulus und dieser schließt sich die Krönungsordnung vom Jahr 1308 an. Für mittelalterliche Codices war es üblich, dass mehrere verschiedene Texte zu einem einzigen Buch zusammengebunden wurden. Die Corpus-Christi-Apokalypse jedoch wurde in einem Arbeitsschritt niedergeschrieben. Der Text des Werkes wurde in zwei Sprachen festgehalten, nämlich lateinisch und anglonormannisch, der damaligen Sprache der englischen Obrigkeit. Somit war gewährleistet, dass der Auftraggeber sein Werk in einer ihm vertrauten Sprache lesen und verstehen konnte.

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